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Jugale eingeschlossen, vorn und oben vom Maxillare und Frontale,
die es durch breite Ausläufer ganz vom Nasale trennen. Eth-
moidallücken fehlen, ebenso wie Tränengruben. Von der Orbita
aus wird das Lacrymale in die Gesichtsfläche hinein fortgesetzt
breiter. Die untere Kante ist länger als die obere. Innerhalb der
Orbita befindet sich ein Tränenloch. Der innerorbitale Teil scheint
nach der Abbildung größer zu sein.
Fam. XI. Saigidae.
Wie Panthalops Hodgs so stellt auch Saiga Gray einen eigenen
Typ dar. Die wulstige, knorpelig geringelte Iiamsnase, die etwas
an den Rüssel des Tapirs und der Madoqua erinnert, gibt ihr ein
unverkennbares Aeußeres. Die kurzen Beine und der plumpe Körper
erinnern an die Schafe. An diese soll auch ihr wenig intelli
gentes Verhalten erinnern. Besonders kennzeichnend sind die kurzen,
geringelten, weit auseinander stehenden Hörner des Bockes — das
Weibchen ist hornlos — mit ihren auffallend hellen, fettig durch
scheinenden Hornscheiden. Abgesehen von diesen Merkmalen des
Gehörnes fällt am Schädel besonders die Kürze der Nasenbeine auf.
Diese ragen frei vor und berühren das Maxillare nicht. Zumal
bei älteren Tieren, deren Schädelnähte bereits fest verwachsen sind,
ist die Trennungsnaht zwischen Frontale und Nasale kaum oder
garnicht zu erkennen. Das Nasale scheint dann ganz zu fehlen.
Ein weiteres, Saiga Gray allein kennzeichendes Merkmal ist
die vollkommen freie Lage der oberen Hälfte der vorderen
Kante des Lacrymale. Das findet sich sonst unter den Ungulata
nirgends.
Tränengruben sind vorhanden aber sehr schwach entwickelt
und klein, auf dem Knochen des Lacrymale kaum wahrnehmbar.
Ethmoidallücken dagegen fehlen. Das Lacrymale ist im facialen
Teile groß, hoch, aber nicht sehr lang und unregelmäßig geformt.
Die obere Kante verläuft von der Orbita aus zunächst nach oben,
dann im konkaven Bogen nach vorn, sodaß das Lacrymale oben
etwas eingeschränkt wird. Die untere Hälfte der vorderen Kante
ist durch einen zungenförmigen Vorsprung des Maxillare tief ein
geschnitten, die untere Kante wird zur Hälfte vom Jugale einge
schlossen. Am Orbitalrande, nahe der oberen Kante des Lacrymale,
erheben sich zwei kleine Knochenhöcker, hinter denen in der Orbita
ein Tränenloch sich befindet. Der Tränenkanal tritt deutlich sichtbar
hervor. Unterhalb dieses erscheint das Lacrymale schwach, etwas
in das Jugale übergreifend, gehöhlt. Der Orbitalrand ist steil und
tritt scharf vor. Das Nasale wird vom Lacrymale nicht berührt.
Zwischen beiden Knochen schiebt sich ein stumpfer Ausläufer des
Frontale ein. Der innerorbitale Teil wird nach innen zu breiter und
endet in eine starke Knochenblase.
In Anbetracht aller dieser besonderen Merkmale erscheint die
Sonderstellung in einer eigenen Familie (Saigidae) berechtigt.

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