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Von den typischen Gazellen, den Gacellinae, unterscheiden
sich die Antidorcatinae, abgesehen von einer Gattung, nämlich
Leptoceros Wagn. 1844, durch ihre beträchtlichere Größe. In ihrer
Verbreitung sind sie auf Afrika beschränkt.
Wenn auch Antidorcas Sundev. schon durch den Besitz der
merkwürdigen aufklappbaren Längsfalte von der Mitte des Rückens
bis zur Schwanzwurzel eine Sonderstellung einnimmt, so ist auch seine
Zeichnung charakteristisch. Der weiße Bauch ist durch einen
kastanienbraunen Streifen vom Vorder- zum Hinterschenkel von
dem gelbbraunen Rücken getrennt, ebenso ist der weiße Spiegel
abgesetzt. Das Gehörn ist kurz und plump, leierartig und dicht
geringelt, beim Weibchen wesentlich schwächer.
Den seitlichen Streifen teilt Matschiea granti Brooke mit Anti
dorcas Sundev., ebenso die charakteristische Umrahmung des
Spiegels. Das Gehörn ist dagegen auffallend stark entwickelt, bis
zu einem halben Meter lang und steht unmittelbar über den Augen
höhlen. Bei Böcken und Weibchen ist es gleich lang, bei letzteren
aber wesentlich schwächer. Als weiteres Schädelmerkmal ist das
anzusehen, daß der processus zygomaticus nicht um die Mündung
des Gehörganges sich herumlegt, sondern in gerader Richtung nach
hinten verläuft.
Die zur dritten Gattung, Nanguer Latache 1886, gehörenden
Arten zeichnen sich, wie die eben besprochene Gattung, durch be
sondere Größe aus. Sie sind alle ziemlich langgeschwänzt, auf
fallend gezeichnet, besitzen aber nur ein nicht sehr langes, ge
schweiftes und geringeltes Gehörn. N. soemmeringi Cretzschmer
ist durch großen, scharf in den Schenkel einspringenden Spiegel
und weiße Bänderung des dunklen Gesichtes, N. ruficollis H. Smith
durch weiße Färbung des ganzen Körpers, roten Hals und rot
überlaufenen Oberrücken, dunkle Außen- und weiße Innenseite der
Läufe, weißen Halsfleck und schwarzen Streifen vor dem Auge aus
gezeichnet, während bei N. dama Pallas das Weisse des Bauches
über die Schenkel hin mit dem des Spiegels verbunden ist.
Die Tiere der letzten kleinen Gattung, Leptoceros Wagn., sind allein
schon durch ihr weißgelbes Fell wie durch die weiße Zügelung oberhalb
des Auges bis zur Muffel äußerlich kenntlich. Das Gehörn ist
schlank und erinnoit an das von Matschiea K.-M. 1906. Der
Schädel ist im allgemeinen gestreckter als bei den Gacellinen.
Im Bau des Tränenbeines zeigen alle als charakteristisches
Merkmal die senkrechten, fast parallel zum Orbitalrande ver
laufenden Tränengruben. Oben auf dem Lacrymale und unten auf
dem Jugale schließen sie mehr oder minder scharfe Knochen
kämme ab. Ethmoidallücken sind ebenfalls vorhanden und zwar
sind sie bei umfangreichen tiefen Tränengruben klein, bei kleinen
Gruben groß. Bei Nanguer Latache erreichen sie bei den flachsten
Gruben die größte Ausdehnung. Das Lacrymale der Antidorcatinae
ist im Gesichtsteile groß, länger als hoch und durch die Ethmoidal-

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