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In gerader Verlängerung der vorderen Kante des Jugale nach oben
springt das Lacrymale stufenförmig ein, wodurch es auf die Hälfte
seiner bisherigen Breite verschmälert wird. Vom Nasale ist das
Tränenbein durch eine kleine, fast quadratische, bei alten Tieren
oft ganz zuwachsende Lücke getrennt, welche die vordere Hälfte
des oberen Randes umschließt. Dieser springt in die Ethmoidal-
lücke hinein bogig vor. Ein starker Orbitalhöcker sowie je ein
auffallend kleines, inner- und anteorbitale Tränenloch sind vor
handen. Der innerorbitale Teil ist groß, schiebt sich keilförmig
zwischen Nasale und Palatinum ein und besitzt eine auffallend
große Knochenblase. Die Angabe Dumenils ■), Giraffa Brisson,
besitze keine Ethmoidalliicken, trifft nur, und auch nicht immer,
bei alten Exemplaren zu.
Familie V. Reduncidae.
Die noch übrigen Gattungen und Familien der Riuninantia
faßt Trouessart als Familie Bovidae zusammen, und teilt diese
wiederum in zehn Unterfamilien. Acht davon enthalten die von
Zittel 2 3 ) noch in die Unterfamilie der „Antilopinae“ zusammen
gefaßten Arten und Gattungen. Rütimeyer •"') teilt diese Unter
familie der „Antilopinae“ in fünf Gruppen, nämlich die Gacellinae,
Oreotraginae, Cephalophinae, Tragelaphinae und seine Strepsiceros-
Gruppe. Da seine Unterfamilie der Antilopinae die heterogensten
Formen umfaßt und Typen aufweist, die unter sich fast nocli ver
schiedener sind als die der Marsupialia, so läßt sie sich nicht auf
recht erhalten. Ebenso wenig ist Zittels Einteilung beizubehalten.
Diese Unterfamilie der Antilopinae muß daher aufgelöst, und aus
ihren Gattungen müssen meist eigene Familien gemacht werden.
Die erste Familie, die sich in mancher Beziehung den Cervi-
dae anschließt und darum hier folgen mag, ist die Farn. Redun
cidae. Zu ihr sind zu rechnen die Gattungen Cobus A. Smith 1840,
Adenota Gray 1847, Redunca Ham. Smith 1827 und Pelea
Gray 1851.
Wie Trouessart 4 ) sie seinem Systeme einordnet, ist nicht
klar ersichtlich. Auf die Subfam. 3 Neotraginae folgt im „Cata-
logus Mammalium“ (1905) innerhalb seiner Fam. Bovidae sofort
Subfam. 5, Antilopinae. Unterfamilie 4 fehlt also, und es ist wohl
anzunehmen, daß er die oben genannten Gattungen als Unter
familie 4 ansieht.
Während ich von den drei erstgenannten Gattungen Schädel
selbst untersucht habe, standen mir von Pelea Gray nur eine von
Georg Krause für mich gütigst angefertigte Zeichnung und eine
') in Cu vier: „Leyons d’anatomie comparee. 1 *
: ) Zittel: „Lehrbuch der Paläozooljgie.“
3 ) Rütimeyer: „Vers, zu einer natürl. Geschichte der Antilopen.“
4 ) Trouessart: „Catalogus Mammalium.“

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