Full text: Über das Tränenbein der Huftiere

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ihr teilt er die straffe, dichte Behaarung, nnd beiden ist ein eigen 
tümliches Verhalten in verhelfender Stellung eigen, wie es bei 
anderen Hirschen nicht zu beobachten ist. Sie stehen mit lang 
vorgestrecktem Halse, vorgelegten Lauschern und senkrecht hoch- 
gestelltem und dann wieder niedergelegtem Wedel. Hals und Kopf 
werden dabei fortwährend nickend auf und nieder bewegt. Die 
Kürze des Halses dagegen, die auch zu dem Namen Hyelaphus 
Veranlassung war, wie das bis zum Alter von sechs Monaten ge 
fleckt bleibende Jugendkleid und die Fleckung mancher Arten im 
Sommerfelle geben der Untergattung Hyelaphus Sundev., ganz ab 
gesehen von ihrer Größe, eine Sonderstellung. 
Während in den drei eben besprochenen Untergattungen 
Hirsche von der Größe eines Damhirsches, Rothirsches und Munt 
jaks vereinigt sind, stehen die Hirsche dor Untergattung Panolia 
Gray ihrer Größe nach in der Mitte zwischen Rot- und Dam 
hirsch. Sie nehmen unter den indischen Hirschen durchaus eine 
Sonderstellung ein. Es sind elegante, in ihrem Bau an die Sumpf 
böcke (Tragelaphus Blainville) erinnernde Tiere. Sie sind wesent 
lich leichter gebaut als die Hirsche der besprochenen drei Unter 
gattungen und in der Hinterhand nicht so stark überbaut. Der 
Kopf ist schlank und zeigt im Gegensatz zu dem der vorbe 
sprochenen Untergattungen stark ausgebildeten Gesichtsteil und zu 
rücktretende Frontalpartie. Mit ihrem schmalen, langen Schädel 
und den großen Ohren wie ihren leichten Körperbau erinnern sie 
auch an die südamerikanischen Hirsche von der Gattung Dorce- 
laphus Gloger. Ihr Geweih ist durch Gabelung der Sprossen, be 
sonders bei P. duvaucelli Cuv., wesentlich stärker und erinnert an 
das der nachfolgenden Untergattung Eucervus Gray. Ganz abweichend 
ist das eigenartige leierförmige Geweih von P. eldi Guthrie. 
Trotz dieser besonderen Verhältnisse läßt sich die Untergattung 
Panolia Gray mit den drei anderen indischen Untergattungen 
in der Gattung Cervus L. vereinigen. Denn auch sie zeigt am 
Lacrymale das charakteristische Merkmal der Gattung Cervus 
L., das vollkommen flache, obere Drittel des Lacrymale an der 
Ethmoidallücke, dem Frontale und der Orbita entlang. In der 
Form ist das Lacrymale im Gesichtsteile dem von Rusa H. Smith 
am ähnlichsten. Es ist groß, langgestreckt dem Bau des Schädels 
entsprechend. Die Ethmoidallücken sind sehr groß, schrägen die 
vordere Ecke des Lacrymale etwas ab und umschließen den halben 
oberen und den ganzen vorderen Rand desselben. Eines der 
Tränenlöcher befindet sich wie bei Rusa H. Sm. vor der Orbita. 
Die T ränengruben sind dagegen sehr groß, greifen weit in das 
Maxillare und in das Jugale über. Nach unten hin sind sie etwas 
flacher, sonst sehr steil und tief. 
Die nächste, die neuweltliche Untergattung Eucervus Gray ist 
wie alle typisch neuweltlichen Hirsche im Fußbau teleometacarpal 
und erinnert durch den Bau ihres Geweihes besonders an R. duvau 
celli Cuv. Mit Panolia Gray haben die Großohrhirsche, wie
	        

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