Full text: Über das Tränenbein der Huftiere

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die nicht sehr große Lücke nur wenig abgedrängt. Diese begrenzt 
nur etwa die Hälfte der oberen Kante, während sie die vordere 
nicht umfaßt. An der Ethmoidallücke entlang zeigt das Lacrymale 
in seiner oberen Hälfte und weiter hin bis zur Orbita einen Knochen 
wulst. Die Tränengruben sind ziemlich flach, nur nahe der Orbita 
steiler, greifen in das Jugale und das Maxillare nur wenig über 
und nehmen etwa die untere Hälfte des Lacrymale ein. Das Jugale 
ist sehr stark entwickelt. Der innerorbitale Teil ist etwas kleiner 
als der faciale und weist nur eine sehr kleine Knochenblase auf. 
Das ist für Rangifer Fr. charakteristisch und erklärt sich aus der 
allein bei dieser Gattung auftretenden Stellung der Molaren vor 
der Augenhöhle. 
Das Tränenbein von Elaphurus A. M.-E. ist ähnlich geformt. 
Die Ethmoidallücke ist wenig kleiner als das Lacrymale selbst. Sie 
faßt beinahe den ganzen oberen und vorderen Rand des Lacrymale 
ein und schrägt dieses vorne oben so scharf ab, daß es beinahe 
dreieckige Form erhält. Eines der Tränenlöcher befindet sich vor 
der Orbita, das andere auf dem Orbitalrande. Die Tränengruben 
sind ziemlich ausgedehnt, aber nur mitteltief und langgestreckt. 
An den Ethmoidallücken entlang bildet das Lacrymale einen ziem 
lich scharfen Knochenwulst. An diesem sind die Tränengruben am 
tiefsten, sonst flach. In das Maxillare und das Jugale, das außer 
ordentlich stark entwickelt und in eine Spitze ausgezogen ist, 
greifen sie nur wenig über. Der innerorbitale Teil ist fast ebenso 
groß wie der faciale. 
Die beiden letzten Gattungen der Unterfamilie der Cervinae 
sind: Cervus L. und Elaphus H. Sm. Erstere Gattung umfaßt fünf 
Untergattungen, vier indische bezw. indo-insulare und eine ameri 
kanische, letztere drei Untergattungen, eine europäisch-asiatisch 
nordamerikanische und zwei südamerikanische. In beiden Gattungen 
erreichen die Tränengruben den größten Umfang und die größte 
Tiefe unter allen Cervidae. 
Kennzeichnend für alle Untergattungen von Cervus L. ist es, 
daß das obere Drittel der Lacrymalia an der Ethmoidallücke, dem 
Frontale und der Orbita entlang nicht von den Tränengruben ein 
genommen wird, sondern vollkommen flach ist. Unterhalb dieses 
Streifens fallen die Tränengruben steil ab und greifen bei den 
meisten Arten weit auf die angrenzenden Knochen über. Hei der 
Gattung Elaphus H. Sm. bildet das Lacrymale dagegen an der 
Ethmoidallücke entlang einen nach innen aufgerollten Knochenwulst, 
ähnlich wie bei Dama Fr., und der kleine von der Tränengrube 
nicht eingenommene Teil des Lacrymale ist nicht flach, sondern 
ebenfalls gewölbt. 
Zu beiden Gattungen zählen mit Ausnahme der Untergattung 
Hyelaphus Sundev. nur stattliche oder große Arten. Die erste 
Gattung umfaßt folgende Untergattungen: Cervus L., Rusa H. Sm.,
	        

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