Full text: Über das Tränenbein der Huftiere

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Diese Trennung ist aus morphologischen, tiergoographischen 
und anatomischen Gründen trotz oben angeführter übereinstimmender 
Merkmale notwendig. Während D. dichotoma 111. der größte Hirsch 
Südamerikas ist, die Größe eines Rothirsches erreicht, wird Oze- 
laphus K.-M. nicht einmal damhirschgroß. Dazu ist Dorcelaphus 
Gloger durch ein überaus kräftiges, stark geperltes und oft über 
reich gesproßtes Geweih ausgezeichnet. Gemeinsam mit Ozelaphus 
K.-M. sind ihm die innen dicht behaarten Ohren. Durch die großen 
Ohren, den schlanken Kopf, die schwarze Färbung der Beine vom 
vom Knie abwärts und die gelblich weiße Innenseite der Beine 
und der Bauchseite, des Unterhalses und der Kehle erinnern sie, 
wie Lydekker sagt, an den ihre Distrikte mitbewohnenden Canis 
jnbatus Desm. und eine Photographie von jungen Dorcelaphus- 
Hirschen inLydekkers „Deer of all lands“ bestätigt die Ähnlichkeit 
in der äußeren Erscheinung. Das Verbreitungsgebiet beider Unter 
gattungen deckt sich im wesentlichen, doch bewohnt Ozelaphus K.-M. 
die Steppen, Dorcelaphus Gloger die Sumpfgegenden. Wie in der 
Größe, so ist letzterer auch dem Schädel nach weit mehr den Rot 
hirschen als den Damhirschartigen ähnlich. Besonders gilt das für 
den Bau des Lacrymale, auf das ich weiter unten näher eingehen werde. 
Ozelaphus K.-M. weicht dagegen, abgesehen von der Grösse, 
durch sein nicht sehr starkes, helles, fettig aussehendes Geweih, 
seine kleineren Ohren und seine, je nach der Jahreszeit, rötlich 
gelbe bezw. gelb-graue Färbung, ab. Im Schädel, dom Tränenbeine 
insbesondere, zeigt er sich den Damhirschartigen nahestehend. 
Zu der Gattung Dama Fr. zählen also nach Brooke’s Ein 
teilung drei plesiometacarpale Untergattungen der alten und zwei 
teleometacarpale der neuen Welt. Kennzeichnend für alle ist der 
Besitz wenig tiefer Tränengruben, die aber immerhin wesentlich 
tiefer als die von Capreolus Fr. und Mazama Raf. sind, und die 
bisweilen sehr großen Ethmoidallücken. Diese entlang ist das La 
crymale schwach wulstig aufgerollt. 
Das Lacrymale der Untergattung Dama Fr. ist im facialen 
Teile wenig länger als hoch; durch die sehr große Ethmoidallücke 
ist es vorn oben stark abgeschrägt, fast dreieckig. Die Ethmoidal 
lücke ist grösser als der in der Gesichtsfläche liegende Teil des 
Lacrymale selbst. Infolge der kurzen Form des Damhirschschädels 
mit stärkerer Frontalpartie und schwächerem Gesichtsteile ist dieses 
nicht sehr groß. Die Lücken umfassen die ganze vordere und die 
größere Hälfte cRr oberen Kante. Die Tränengruben sind ziemlich 
flach und im wesentlichen auf das Lacrymale selbst beschränkt. 
Vorn oben und an der Orbita sind sie am tiefsten, nach unten zu 
breiter und flacher. Der innerorbitale Teil ist größer als der in 
der Gesichtsfläche liegende. 
Die zweite Untergattung Axis H. Smith besitzt zum Unter 
schiede von Dama Fr. Ethmoidallücken, die kaum halb so groß 
sind wie das Lacrymale selbst. Doch ziehen auch sie sich die 
ganze vordere und halbe obere Kante des Lacrymale entlang. Die
	        

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