Full text: Über das Tränenbein der Huftiere

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in eine lange Spitze, die untere Kante des Lacrymale entlang, aus 
gezogen. Die Tränengruben sind sehr flach und fast auf das Lacry 
male beschränkt. Der innerorbitale Teil ist größer als der faciale 
und hat eine flache Einsenkung. 
Die Größe der Ethmoidallücke nimmt noch zu, sie wird bis 
doppelt so groß wie der faciale Teil des Lacrymale bei der nächst 
folgenden, vierten Gattung der Subfam. Cervinae, der Gattung Dama 
Fr. Zu ihr zählen folgende fünf Untergattungen: Dama Fr. 1775, 
Axis Ham. Smith 1827, Pseudaxis Gray 1872, Odocoileus Rafin. 1832 
und die von mir neu aufgestellte Untergattung Ozelaphus Knott- 
nerus-Meyer 1906. 
Zu letzterer Untergattung gehören die von Matschie 1 ) unter 
der Gattung Ozotoceros Ameghino vereinigten Arten 0. azarae Fitz, 
und 0. bezoarticus L., der erstere in Paraguay und Argentinien, 
der letztere in Brasilien heimisch. 
Trouessart vereinigt die eben genannten Arten in der 
Untergattung Blastoceros Gray 1850 und zählt dazu als dritte Art 
Bl. dichotoma Illiger. Lydekker * 2 ) faßt beide Arten ebenfalls 
unter dem Subg. Blastoros Gray zusammen, behält aber den 
Gattungsnamen Mazama Raf. merkwürdigerweise für alle ameri 
kanischen Hirsche außer deuen der Gattung Elaphus Ham. Smith und 
den Pudus (Pudu Gray) bei. Von den eigentlichen Mazamahirsehen 
weichen sie aber schon durch ihre stärkere Geweihentwicklung ab. 
Charakteristisch ist auch des Fehlen von Rosenstöcken und Metatarsal- 
drüsen. Doch ist die Zusammenfassung in eine einzige Untergattung 
nicht aufrecht zu erhalten, da beide Arten in vielen Merkmalen stark 
voneinander ab weichen. Matschie stellt daher nebeneinander 
Ozotoceros Amegh. mit der Art bezoarticus L. und der Unterart 
0. azarae Fitz, und Blastoceros Wagn. mit der einzigen Art Bl. 
dichotoma Illiger. Für letztere Art kommt als Gattungsname nur 
Dorcelaphus Gloger 1841 in Betracht, der vor Blastoceros Gray 
1850 das Prioritätsrecht hat. Gloger wandte ihn auch auf die 
andere Art an, die ebenfalls später den Gattungsnamen Blastoceros 
Gray erhielt. Der Name Blastoceros Gray 1850 ist also nicht an 
wendbar. Dasselbe ist mit dem Gattungsnamen Ozotoceros Ameghino 
1891 der Fall, da dieser nur den Namen Blastoceros Gray 1850 
ersetzen sollte, der nach Ameghinos irrtümlicher Ansicht durch 
Blastocera Gerstein 1856 vorweg genommen sein sollte. Es bleibt also 
als einziger Gattungsname Dorcelaphus Gloger 1841 übrig, und es 
war, da eine Trennung nötig, für die Art D. bezoarticus L. und die 
Unterart D. azarae Fitzg. ein neuer Gattungsname zu schaffen. 
Auf Grund der stark nach warmen Zwiebeln duftenden Tränensack 
ausscheidungen des Hirsches wählte ich den Namen Ozelaphus 
’) Matschie: „Die Verbreitung der Hirsche“. 
2 ) Lydekker: „The Deer of all Lands“.
	        

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