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Orbita. Auf die Nachbarknochen, Maxillare lind Jugale, greift die
Grube kaum über. Am steilsten ist sie am oberen vorderen Rande
die Lücke entlang. Hier bildet das Lacrymale auch einen Knochen-
wulst. Der innerorbitale Teil ist nicht sehr groß, hat an der oberen
Kante einen tiefen Einschnitt und hier eine trichterförmige Einsenkung.
Aus der Gattung Hydropotes Swinhoe eine eigene Unter
familie, die der Hydropotinae, zu bilden, ist notwendig. Mit den
Moschinae ist diese Gattung aus dem oben angeführten Grunde
nicht zu vereinigen, von anderen Hirschen aber durch ihre Ge-
weihlosigkeit stark verschieden. Sie findet daher ihre Stellung
als eigene Unterfamilie an der Spitze der mit Tränengruben ver
sehenen Hirsche, so den Moschinae nahe, denen sie auch in der
Tat, als Typus einer altertümlichen, tiefstehenden Form nahesteht.
Die Tiere der Gattung Hydropotes Swinhoe sind klein und Vertreter
einer alten Form.
Von den eigentlichen Gevveihhirschen, die nun folgen, werden
zunächst wiederum die niedrigsten und ältesten Formen zu betrachten
sein. Das sind die Muntiacinae.
Subfam. 3. Muntiacinae.
Diese Unterfamilie weist nur eine rezente Gattung, nämlich
Muntiacus Rafin 1815 auf. Die Gattung Elaphodus A. Milne-
Edwards 1871 dagegen, die von Trouessart 1 ) mit den Muntiacinae
vereinigt wird, mußte als selbständige Unterfamilie der Elaphodinae
aus Gründen, auf die ich weiter unten näher eingehen werde ab
getrennt werden.
Beide Unterfamilien sind wie Hydropotes Swinhoe und die
Moschinae im Besitz von Hauzähnen im Oberkiefer, ein Umstand,
der ebenfalls ihre systematische Stellung im Anschluß an jene und
auch an die Tragulidae rechtfertigt. Dagegen sind beide im Schädelbau
wesentlich verschieden. Der Schädel von Elaphodus A. M.-E. ist
weit kürzer, im frontalen Teile mehr gewölbt. Für Muntiacus
Rafin. sind die ungeheuer langen, über die Augenhöhlen nach vorn
noch hinausgehenden Knochenzapfen des Geweihes, die sogenannten
Rosenstöcke, charakteristisch. Sie geben dem Gesichte der Munt
jaks, jene merkwürdig scharfe Einfassung, mit den tiefer dazwischen
liegenden, flachen Frontalpartien. Bei Elaphodus A. M.-E. sind da
gegen die Rosenstöcke weit weniger entwickelt und verlaufen nur
bis zum hinteren Rande der Orbita. Abweichend von Muntiacus
Rafin. tritt zwischen ihnen die Frontalpartie stark gewölbt weit her
vor. Der faciale Teil erscheint nicht wie bei letzterem gleichsam
eingerahmt. Im geistigen Wesen erscheint Elaphodus A. M.-E.
weit regsamer als Muntiacus Rafin. Färbung und Gestalt sowie der
Besitz eines den Rosenstock fast verbergenden Haarschopfes und
weniger lange Hinterbeine unterscheiden Elaphodus A. M.-E. weiter
von den Muntiacinae. *
*) Trouessart: „Catalogus Mammalimä“.

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