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wenig entwickelten Gesichtsteil. Mit zunehmendem Alter ändert
sich das in das Gegenteil, es tritt eine bedeutende Streckung des
Gesichtsteiles ein.
Damit nimmt auch das Lacrymale an Ausdehnung zu und er
streckt sich dann weit in die Gesichtsfläche hinein, ohne aber das
Nasale zu erreichen, da es von diesem stets durch eine Ethmoidal-
lücke getrennt wird. Eine Ausnahme macht bisweilen nur Elaphodus
A. M.-Edw. 1871. Die Ethmoidallücken erreichen bei den Cervidae
die größte Ausdehnung, übertreffen bisweilen das Lacrymale selbst,
und sind wie dieses, je nach dem Lebensalter, verschieden groß.
Der Tränenkanal mündet meist in zwei, zu beiden Seiten eines
Knochenhöckers meist auf dem Orbitalrande befindlichen Tränen
ausgängen, teilt sich aber erst im facialen Teil des Lacrymale selbst
in diese beiden. Ist das Lacrymale vom Nasale durch die Lücke ge
trennt, so sind andererseits Nasale und Maxillare fest verwachsen.
Durch die großen Ethmoidallücken erscheint das Lacrymale an der
oberen Vorderkante abgeschrägt, bisweilen so stark, daß es dreieckig
geformt ist. Das Jugale ist in der Regel stark entwickelt und be
grenzt dann die untere Kante des Lacrymale, bezw. geht noch darüber
hinaus. Die Tränengruben sind besonders im männlichen Geschlechte
groß und fehlen nur bei den Moschinae. Sie greifen meistens in
das Maxillare und ins Jugale über. Der supraalveolare Teil des
Lacrymale ist bisweilen, besonders bei den Gattungen Cervus L.,
Elaphus Ham. Smith und Alce Frisch, zu großen Luftsäcken er
weitert. Der innerorbitale Teil ist gehöhlt und zeigt eine trichter
förmige Einsenkung. Er endet in eine, oft beträchtliche Knochen
blase.
Subfam. I. Moschinae.
Fehlen den Tragulidae die Ethmoidallücken, so ist ihr Besitz
für alle Cervidae charakteristisch. Die Tränengruben fehlen da
gegen stets, nicht, wie Rütimeyer 1 ) sagt, bisweilen, nur den den
Tragulidae nahestehenden Moschinae. Diese, zu denen die Gattungen
Moschus L. 1758, Lagonebrax Gloger und Hyemoschus Gray 1845
zählen, haben alle ein dem der Tragulidae ähnliches Tränenbein.
Nur ist die vordere Kante ebenfalls abgerundet und das Lacrymale
durch die Ethmoidallücke mehr oder weniger abgeschrägt. Das
Lacrymale ist fast halbkreisförmig, ungefähr ebenso lang wie hoch
und berührt das Nasale nie. Es ist ein Tränenloch, nicht zwei,
wie Kober * 2 ) ahgibt, vorhanden. Der innerorbitale Teil ist größer
als der faciale und zunächst nach unten, dann rechtwinklig nach
hinten gerichtet. Er stellt eine dünne rhombische Knochenplatte
dar. Auf dem Orbitalrande befindet sich ein schwacher Höcker,
hinter diesem ein innerorbitales Tränenloch.
] ) Rütimeyer: „Studien zur Geschichte der Hirschfamilien“.
2) Kober: .,, Vergleichend.-anatom. Beitr. z. Gesch. des Tränenbeines“.

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