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Bei Hippopotamus L. ist der faciale Teil wesentlich größer als
der innerorbitale und sehr ausgedehnt. Am Orbitalrande ist das
Lacrymale auffallend schmal. Es verbreitert sich aber dann im
innerorbitalen wie im facialen Teile nach oben hin bedeutend. Im
Gesichtsteile erscheint es handflächenärtig ausgebreitet und legt
sich mit drei Viertel seiner oberen Kante an das Nasale an. Diese
verläuft vom Orbitalrande aus zunächst nach oben, dann das Nasale
entlang rechtwinklig nach vorn. Es ist innerhalb der Orbita ein
Tränenloch vorhanden. Der kleinere innerorbitale Teil setzt sich
zungenartig fort und endigt in eine äußerst feine, dünnwandige
Knochenblase, die bei den meisten Schädeln jedoch nicht erhalten
ist. Bemerkenswert ist die starke Entwicklung des Jugale, das
noch über das Lacrymale mit seiner Vorderkante vorspringt.
Subordo 2. Ruminantia.
Farn. I. Camelidae.
Unter den nun folgenden Paarhufern der zweiten Unter
ordnung (Ruminantia), sind die altertümlichsten Formen die
Camelidae. Diese Familie weist an rezenten Formen nur eine
Unterfamilie, die der Camelinae, mit den beiden Gattungen Lama
Frisch 1775 und Camelus L. auf. Der in seinem Bau dem des
Pferdes ähnliche Schädel der Camelinae hat ein im facialen Teile
wenig ausgedehntes Lacrymale. Der innerorbitale Teil ist doppelt
so groß, wie der faciale. Während Tränengruben fehlen, sind
Ethmoidallücken bei beiden Gattungen vorhanden. Von der Orbita
aus geht tief in das Frontale hinein ein gerader, senkrechter Ein
schnitt, von dem auch die obere Kante des Lacrymale ausgeht.
An das Nasale reicht das Lacrymale nicht heran. Ein oder, bei
Camelus L , zwei geringe Orbitalhöcker sind vorhanden, ebenso ein
großes innerorbitales Tränenloch. Der innerorbitale Teil endigt in
eine dünnwandige Knochenblase.
Die Gattung Lama Frisch hat ein etwas ausgedehnteres, in die
Gesichtsfläche mehr eingreifendes Lacrymale als Camelus L. Es
ist etwas länger als hoch, durch eine fast runde Lücke, an die es
mit seiner oberen Kante herantritt, nach unten abgedrängt und er
scheint so dreieckig. Die Lücke ist eingeschlossen von Frontale,
Lacrymale, Maxillare und Nasale, sie wächst bei L. vicugna Molina
bisweilen zu. Die untere Kante wird von Jugale eingeschlossen.
Bei Camelus L. dagegen ist der faciale Teil kleiner und von
unregelmäßig viereckiger Form. Das Lacrymale liegt auf einem
Knochenvorsprunge, der von Jugale, Frontale und Maxillare begrenzt
wird. Die Ethmoidallücke ist nur von Maxillare und Frontale ein
geschlossen und liegt auf der Grenze beider Knochen. Weder das
Lacrymale noch das Nasale berühren sie. Im innerorbitalen Teile
drängt sich das Lacrymale zwischen Maxillare und Frontale nach
innen mit stumpfer Spitze vor und bildet eine trichterförmige Grube.

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