Full text: Die Negation in der altenglischen Dichtung

39 
3. sceawian. 
f>e hire for his daedum com, fiaet bire Jnihte hwitre heofon 
and eorde . . . {>eah heo hit .... ne sceawode Gen. 605 f. 
4. wenan. 
hie paet fsege fiegon ..... fieah daes se rica ne wende 
Jud. 19 f. 
5. wesan. 3 Fälle. 
a) unverschmolzen: no f>y ser he {>one headorinc hatian 
ne meahte ladum daedum, peah him leof ne wses Beowä 
2467. — 
b) verschmolzen: haefde mod micel, J>eah-J)e his magum 
naere arfaest aet eega gelacum Beow. 1167. he aet f>am wife 
onfeng helle and hinnsid, {>eah hit naere haten swa Gen. 7 1 7 f. 
III. I>as qualitativ negierenden un-. 
Das qualitativ negierende un- war ursprünglich ein n sonans 
(Schwundstufe) und die kürzeste- Form für ne, ist also nur eine 
Variation der qualitativen Negation. 
Es ist dabei zweierlei zu unterscheiden. Einmal verneint 
un-, und zwar als Präfix des Participiums, wirklich die Satzaussage, 
im anderen Falle nur den einzelnen Begriff, das einzelne Wort, 
sei es nun Prädikatsnomen oder Adverb. Jedenfalls bleibt im 
letzteren Falle (und hierher gehören die bei weitem meisten Fälle) 
die Aussage selbst positiv, z. B. odpat hie Domasco unfeor waron 
Gen. 2082 f. (wo doch immer gesagt bleibt, daß sie sich tatsächlich 
entfernt von Damaskus befanden). Ebenso, wenn es heißt: hi 
uneaite mag anig arafnan Ps. 64 7 , peet is .... wunder unlytel 
Dan. 552, und andere mehr. Nur in ganz wenigen Fällen könnte 
man verneinte Satzaussage annehmen, so besonders in Sätzen mit 
heon und Formen von der Wurzel es, z. B. peet unalyfed is nu 
Jüngst. Tag. 242 und: him is unhyldo waldendes witod Gen. 729. 
Doch sind auch diese Fälle unsicher. Denn das qualitativ ne 
gierende un- verneint nicht nur, sondern es verkehrt auch den 
Begriff des Ausdrucks in sein Gegenteil z. B. we unsodfasie ealle 
waren Ps. 105 B . (direkt „ungläubig“, nicht bloß „nicht gläubig“). 
Dagegen verneint un- die Satzaussage als Präfix des Participiums
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.