Full text: Zur Kenntnis der Benzallävulinsäuren und der Oxydation der β-Benzallävulinsäure mit Ozon

14 
Kondensiert man Lävulinsäure mit Benzaldehyd durch 
Natronlauge, so entstehen je nach den Versuchsbedingungen 
verschiedene Produkte. Es hat sich gezeigt, dass bei Anwendung 
eines Moleküls Lävulinsäure, eines Mol. Benzaldehyd und zweier 
Mol. Natriumhydroxyd der Verlauf der Reaktion nicht von der 
Menge des zur Lösung angewandten Wassers, wohl aber von der 
Temperatur erheblich abhängig ist. Nimmt man die Konden 
sation in der Wärme vor, so entsteht die bereits erwähnte 
Di-Hydroxydibenzallävulinsäure, während man in der Kälte ein 
Gemisch dieses Körpers mit der ß-Benzallävulinsäure erhält. 
Aus diesem Gemisch kann man die beiden Komponenten ohne 
grosse Schwierigkeit isolieren. 
Die Kondensationsvorgänge bei Anwendung eines sub 
stituierten Aldehyds, nämlich des Anisaldehyds, verlaufen in 
der Hauptsache analog denen der Benzalverbindung. 
Beim Kondensieren von je 1 Mol. Lävulinsäure und 
Methoxybenzaldehyd wird durch Salzsäuregas und nachherige Be 
handlung mit NaOH ein Gemisch von Tri-und Dianisallävulinsäure 
erhalten, neben einem Natriumsalz, das aus der Di- und Mono- 
Verbindung besteht. Analog der Tribenzallävulinsäure bildet 
sich scheinbar auch hier primär die Trianisallävulinsäure, die 
ihrerseits leicht Aldehyd abspaltet und dabei über die Di- 
Verbindung hinweg in die Monoanisallävulinsäure zerfällt. 
Zu dieser Säure kommt man bequemer bei Anwendung 
von 3 Mol. Anisaldehyd und Kondensation durch Salzsäuregas. 
Die Säure entsteht dabei in guter Ausbeute. 
Ein weniger günstiges Resultat erhält man, wenn man je 
ein Molekül Lävulinsäure und Aldehyd durch Natriumacetat 
kondensiert, analog der E r d m a n n’schen Vorschrift zur Dar 
stellung der /?-Benzallävulinsäure. Diese Methode ist inzwischen 
von Ludwig 1 ) veröffentlicht worden. 
Behandelt man die ß-Benzal- oder /J-Anisallävulinsäure 
mit Ozon in chloroformischer Lösung, so erhält man das Ozonid, 
l ) Inaug. Dissert. Strassburg 1905: 
Beiträge zur Kenntnis der <1 u. ß-Anisallävulinsäure.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.