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dem Kautschuk-Chemiker bei seinen Experimenten vorschweben
muss. „Gelänge es nämlich, die Lävulinsäure durch geeignete
Reduktion in Kautschuk zurückzuverwandeln, so wäre die
Möglichkeit gegeben, aus Stärke Kautschuk zu bereiten, und
die Landwirtschaft könnte ihre stärkeführenden Produkte in un
gleich lukrativerer Weise als bisher verwenden.“ *)
Lediglich physiologisches Interesse besitzt eine andere
Umwandlung der Lävulinsäure, nämlich die in eine tiexose oder
einen sonstigen diesem Zucker verwandten Körper. Auf An
regung des Herrn Prof. Dr. Harri es bin ich diesem Problem
in der vorliegenden Arbeit näher getreten.
Nach den bisher üblichen chemischen Methoden scheint
eine solche Überführung sehr schwierig, wenn nicht unmöglich,
zu sein. Die Lävulinsäure müsste an ihren beiden Methylen-
und ihrer Methylgruppe bromiert, das Brom durch Hydroxyl er
setzt und die Ketogruppe reduziert werden, gemäss der Formu
lierung:
ch 3
1
CH 2 Br
1
CH 2 OH
1
CHaOH
1
CO
CO
CO
CHOH
ch 2
CHBr —3
- CHOH ^
CHOH
ch 2
CH Br
CHOH
CHOH
1
COOH
|
COOH
COOH
COOH
Arabonsäure.
Da derartige Reaktionsvorgänge bis jetzt jedoch noch nicht
beobachtet worden sind, und der Verlauf in der oben an
gedeuteten Weise zum mindesten sehr zweifelhaft erscheint, so
mussten Versuche in dieser Richtung wenig aussichtsreich sein.
Die Umwandlung der Lävulinsäure in eine Hexose schien sich er
möglichen zu lassen durch Ersatz der Methylene der Lävulin
säure durch Carbonyl. Ein solcher Ersatz könnte vielleicht
’) Aus dem in der Jahresversammlung des Vereines Deutscher Chemiker
zu Danzig im Mai 1907 von Herrn Prof. Dr. Harries gehaltenen Vortrag.
Gummi-Zeitung, 21. Jahrgang, N. 35.

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