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gültig wäre, könnte ja bis in alle Ewigkeit fortbestehen und es dem
Anbewußten unmöglich machen, sein Selbsterlösungswerk jemals zu
beenden. Daher die Wichtigkeit des Entropiegesetzes, das ja nun
seinerseits den endlichen Verlauf des Prozesses gewährleisten soll.
Lartmann folgert: Da die Energiedifferenzen sich immer mehr
ausgleichen, muß nach endlicher Zeit der Prozeß zum Stillstand
kommen. Damit ist die einheitliche Richtung und der endliche
Verlauf des Prozesses garantiert.
Aber selbst wenn wir Lartmann einmal ein endliches Weltall
zugestehen, hat dies Prinzip doch noch seine Schwierigkeiten. Die
Geschwindigkeit des Ausgleichs der Potential-Differenzen ist von
der Größe dieser Differenzen abhängig und mit abnehmender Niveau-
Differenz nimmt die Geschwindigkeit des Ausgleichs sehr schnell
ab, so daß sie schließlich mit der Potentialdifferenz zugleich unendlich
klein wird. Schon aus diesem Grunde wäre die Endlichkeit des
Prozesses zu bezweifeln.
Wenn ferner das Ziel des Anbewußten sein muß, möglichst viele
bewußte Individuen zu schaffen, so muß dies Anbewußte wissen,
daß es damit Wesen schafft, die selbsttätig in den materiellen
Weltprozeß eingreifen und Prozesse rückgängig machen, Potential-
Differenzen wieder heben können, indem sie aus Wärme elektrische
oder mechanische Energie machen.
Schon dies hätte Äartmanns Bedenken erregen müssen. Eine
zweite Tatsache aber zeigt erst recht das Anzulängliche der Äart-
mannschen Äberlegungen. Er nimmt nämlich ohne weiteres an,
daß es überhaupt möglich ist, molare Energie könne restlos in
molekulare und atomistische übergehen, ohne daß sich notwendig
umgekehrte Prozesse daran schließen. Steht dies so fest? An
sich besteht überhaupt die Möglichkeit, daß die Physik im Laufe
ihrer Entwicklung von der Annahme eines Verlaufes des materiellen
Geschehens in einer Richtung wieder zurückkommt. Ja die moderne
Physik scheint gerade im Begriff zu sein, ganz neue Anschauungen
über die Richtung des physikalischen Geschehens zu entwickeln.
Die Kathodenstrahlenforschung hat ganz neue Einblicke in die
Natur der physikalischen Atome vermittelt, und diese Einblicke
scheinen zu fordern, daß sich in das Atom oder Molekül nicht
eine unbegrenzte Summe von Energie konzentrieren könne, ohne
daß sie unstabil würden. Wenn man von sicheren Ergebnissen der

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