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Endlichkeit des Weltalls sei also eine unausweichliche Konsequenz
der Annahme, daß die beiden Hauptsätze der Energielehre nicht
bloß annähernd, sondern genau richtig sind, daß sie theoretische
Wahrheiten im Sinne der exakten Naturwissenschaft seien. Wenn
sie aber endlich sei, so folge aus dem zweiten Energiesatz zugleich
die Endlichkeit des Weltprozeffes nach vorwärts und rückwärts.
Den wesentlichen Inhalt des Energieprinzips erblicke ich mit den
meisten Physikern in der Tatsache, daß die Ernergieformen einander
äquivalent sind. Dies läßt sich empirisch nachweisen. Hinzu kommt
eine Abstraktion: in einem abgeschlossenen System bleibt die Energie
konstant. Das folgt schon aus dem Sah vom Grunde und aus
dem Prinzip der Geschlossenheit der Naturkausalität^ und erhält
seine Verdeutlichung in dem Äquivalenz-Prinzip.
Die Physik verwendet dieses Prinzip also nur für das Endliche.
Wenn gelegentlich der Satz in der Fassung auftritt, daß die Energie
des Weltalls konstant sei, so wird allerdings das Weltall als ab
geschlossenes System angenommen werden müssen. Für das An
endliche aber verliert dies Prinzip so gut seinen Sinn wie alles
andere. Das Problem der Anendlichkeit und Endlichkeit des
materiellen Weltalls kann also durch dies Prinzip nicht entschieden
werden, es muß vorher erledigt werden, und dann läßt sich sehen,
wie sich im einen oder andern Falle das Gesetz der Erhaltung der
Energie ausnimmt.
Hartmann betont hier die exakte Gültigkeit des Gesetzes. Mit
welchem Rechte? Die physikalischen Gesetze sind ja doch nur
Hypothesen und Wahrscheinlichkeiten für ihn. Das Problem der
Anendlichkeit also bleibt bestehen.
Aber Hartmann nimmt noch viel mehr Interesse an dem Entropie
prinzip? Ein endliches Weltall, in dem nur das Erhaltungsgesetz
' W., S. 30-33.
s Vgl. 3. R. Mayers Äerleitung des Energieprinzips.
* Lartmann behandelt u. a. die Frage, ob man die Entropie als Energie
oder als einen Extensitäts- oder als einen Intenfitätsfaktor der Energie
aufzufassen habe. Er entscheidet sich für das Erstere. Es ist hier nicht
möglich, Äartmanns Gedankengang genau darzustellen. Die Thermodynamik
definiert die Entropie als Wie man aus dieser Definition eine Energie
herauslesen will, ist nicht recht einzusehen. Der Fehler aber, den Lartmann
in seinen Überlegungen macht, dürste für Physiker nicht allzuschwer heraus-
zufinden sein.

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