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nur, wenn man daran erinnert wird, daß der Schwerpunkt des
Interesses bei der Bearbeitung der Kategorien für Äartmann in
der Metaphysik gelegen hat? Lartmann sagt zwar, daß, da die
metaphysische Bedeutung der Kategorien sich nur als Resultat aus
ihrer Bedeutung in der Erscheinungswelt ergäbe, der Schwerpunkt
der Behandlung in dem Aufstieg zum Gipfel liege. Gerade diesen
aber vermissen wir völlig, er ist nur rein äußerlich innegehalten?
Es soll nun ein Beispiel gegeben werden, das zeigt, wie Äart-
mann es nicht verschmäht, Erkenntnisse niederer Sphären durch
spekulative Ergebnisse aus höheren rückwärts zu stützen.
In dem Kapitel über die Räumlichkeit in der objektiv-realen
Sphäre b hat er für die Welt der Dinge an sich die dreidimen
sionale Ordnung von symmetrischer, dreidimensionaler, stetiger
Mannigfaltigkeit gefordert wegen der überall sich darbietenden
formellen Ähnlichkeiten der bewußtseinstranszendenten Ordnung der
Dinge an sich mit der bewußtseinsimmanenten Raumvorstellung
und gelangt schließlich zur Gleichsetzung der objektiv-realen Ordnung
der Dinge an sich mit dem geläuterten subjektiv-idealen Raum.
Run sei die Übereinstimmung beider in allen Punkten zwar nur
provisorssch, aber ihre Wahrscheinlichkeit grenze ebenso an Gewißheit
wie die Wahrscheinlichkeit der Existenz einer Welt der Dinge an
sich mit dreifach manigfaltiger Ordnung. Darauf meint Äartmann/
er habe noch einen besonderen Grund anzunehmen, daß diese
Gleichsehung definitive Gültigkeit, nicht nur provisorische habe,
und eine spätere Ausstoßung durch Fortschritte der Erkenntnis
nicht mehr zu erwarten sei, weil es ein und dieselbe synthe
tische, unbewußte intellektuelle Funktion wäre, die
' K., Vorwort S. XIII.
! Zn der Behandlung der Qualität in der objektiv-realen Sphäre (K.,
S. 34—42) nimmt Lartmann Gelegenheit, die Überlegenheit seines erkenntnis
theoretischen Standpunktes gegenüber dem transzendentalen Idealismus
wiederum nachzuweisen. Die Einwände, die ich gegen seine Ausführungen
in diesem Kapitel zu machen hätte, sind in der Besprechung seines erkenntnis-
theoretischen Standpunktes im wesentlichen enthalten.
s K., S. 127 ff., besonders 141/142.
* K., S. 124; vergl. hierzu auch K. 332, wo nachgewiesen wird, aus
teleologischen Gründen halte die Dreidimensionalität des Raums die rechte
Mitte zwischen der für die objekttv-reale Sphäre erwünschte größtmögliche
Mannigfaltigkeit und der für die subjektiv-ideale Sphäre erforderlichen
größtmöglichen Einfachheit.

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