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zuschreiben sein müßte, wie den empirischen Körpern, nämlich daß
die Beschleunigungen, die in ihren Relationen zutage treten, in
bestimmter Weise geregelt sind, was allein der Begriff Masse
ausdrücken kann. Keineswegs aber können die Aratome Äart-
manns den Begriff der Masse klarer machen, am allerwenigsten,
wenn man von der Masse eines Atoms ebensowenig sprechen
darf wie von der Zahlengröße der Eins. Tausend arithmetische
Einheiten geben ebensowenig eine reale Größe, wie 1000 oder
mehr Lartmannsche Aratome die Masse des von ihnen gebildeten
Körpers irgendwie ausmachen können, wenn sie nicht selbst schon
in ihren Beziehungen unter diesen Begriff fallen.
Wenig induktiven Sinn verrät auch die fernere Behauptung
Lartmanns, daß niemals, soweit die Naturwissenschaft reiche oder
reichen könne, sie etwas anderes als Kräfte zu ihren Erklärungen
brauchen könne? Abgesehen davon, daß die Kräfte der Natur
wissenschaft noch keine Kräfte im Lartmannschen Sinne sind, hat
die Entwicklung der naturwissenschaftlichen Systematik diesen Vor
aussagen Äartmanns sehr bald widersprochen. Man denke nur
an die Energetik und das Lerzsche System der Mechanik. Auch
die Deutlichkeit des Kraftbegriffes der Physik ist keineswegs sehr
einleuchtend, vielmehr scheint der Begriff große Schwierigkeiten zu
enthalten.
Aus Äberlegungen obiger Art folgert Lartmann/ daß aus
diesen Atomkräften alle Kräfte der Materie, wie Gravitation,
Schwere, Expansion, Elastizität, Elektrizität, Galvanismus, chemische
Verwandtschaft, Wärme, Licht usw. entstehen.
Dies sind aber keine Induktionen. Linter einer derartigen
aprioristischen, durch nichts verifizierten Behauptung verbirgt sich
nur das Dogma von der Einfachheit der Natur.
Ohne alle Amstände gelangt dann Lartmann auf diesem Wege
über den „Kraftpunkt" und das „Streben" seiner Kraft zu dem
der Materie eigentümlichen Wesen, das sich als Wille und
„unbewußte" Vorstellung enthüllt, und die „Idealität von Geist
und Materie hat aufgehört, ein unbegriffenes und unbewiesenes
Postulat oder ein Produkt mystischer Konzeption zu sein, indem
T^jTii. c. v., S. 107.
, -PH. u. II. C. V., S. 109.
- PH. A. II. c. V., S. 116 ff.

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