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als auch aus astronomischen Gründen unbedingt für endlich zu
halten ist, so muß es eine Stelle geben, wo Anziehung und Ab
stoßung der Körper- und Ätheratome sich gerade aushebt und über
die hinaus die Körperatome das Übergewicht erhalten. Das ließe
sich durch die Annahme eines verschiedenen Entfernungsgesetzes
erreichen, And „da, wenn man nicht in den Widerspruch einer
fertig dastehenden, d. h. vollendeten Anendlichkeit geraten will, die
Anzahl der Ätheratome wie die der Körperatome endlich sein muß,
so haben wir gar keinen Grund, anzunehmen, daß beider Anzahl
verschieden sei. Wir dürfen sie eher im Gegenteil für gleich halten,
da, was die Ätheratome an größerer Verbreitung durch den Raum
zu gewinnen scheinen, die Körperatome an Dichtigkeit der Zusammen-
drängung ersetzen."
Dies sind nun einmal Arsachenhypothesen Lartmanns. Doch
wo steckt ihre Begründung? Sie ist unersindlich. And ihr Wert?
Er ist noch weniger auffindbar; denn eine Rückkehr von ihr in das
Gebiet der physikalischen Erscheinungen ist nicht möglich. So scheint
denn diese Spekulation nichts Anderes als ein Nachkömmling des
„polaren Dualismus" Schellingscher Herkunft zu sein. Schelling
aber durfte so philosophieren, weil er keine spekulativen Resultate
nach induktiv-naturwissenschaftlicher Methode versprochen hat;
Äartmann dagegen durfte es nicht, weil er jenes Versprechen gab.
Hartmann schließt weiter: Auf Grund dieser Aratome ergibt sich
eine Definition der Masse, die streng wissenschaftlich ausdrückt,
was jeder sich klarer- oder unklarerweise bei dem Worte „Masse"
denkt? Setze man nämlich in allen zu vergleichenden Dingen die
Teilung bis auf die Aratome fort, so liefere ihre Anzahl gleich die
Masse dieses Dinges. Äther- und Körperatome seien hier gleich
wertig, da jedes Ätheratom jedes Körperatom gerade so abstoße
wie jedes Ätheratom und umgekehrt, mithin die Reziprozität ihrer
Kräfte, d. h. ihr Beharrungsvermögen gleich sei. Von der Masse
eines Atoms zu sprechen wäre von nun an ebenso unsinnig, als
nach der Zahlengröße der Eins zu fragen.
Hartmann ist auf diese Weise zu einer Arkonstanten der Welt
ordnung gelangt, dem Begriffe nach nämlich, aber er kennt sie
natürlich nicht. In dieser ganzen Spekulation spricht sich nur aus,
daß, wenn es letzte Konstituenten der Materie gibt, diesen dasselbe zu-
1 PH. U. II. C. V., S. 105/106.

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