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ist in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geschrieben —
Erfolge der Physik und Chemie nicht nur so sicher gestellt sind,
daß keine Zeit jemals mehr daran wird rütteln können, sondern
daß sie auch völlig genügende Anhaltspunkte bietet, um bis in die
letzten Tiefen dieses Geheimnisses einzudringen"? Er zählt dann
auf, was die Naturwissenschaft von der Konstitution der Materie
und den ihr inhärierenden Kräften wisse, um diese ihre Resultate
darauf philosophisch zu vertiefen? So meint er, daß das
chemische Atom sich aus Aratomen zusammensetze, die nach allen
Richtungen mit gleicher Macht wirken „müssen" und daher, wenn
sie fest gedacht werden sollen, nur kugelförmig gedacht werden
können?
And doch waren es höchstens aprioristische spekulative Gründe,
die bei dem damaligen Stande der Physik zu einer weiteren
Zerlegung des chemischen Atoms aufforderten, nicht aber empirische
Tatsachen der physikalischen Forschung. Auf spektralanalytischem
Gebiete hat beispielsweise der höchst verdienstvolle Norman Lockyer
gerade in der Entstehungszeit des Äartmannschen Werkes für die
Erklärung der Tatsache, daß selbst einatomige Dämpfe (wie z. B.
i?Z-Dämpfe) mehrfache Spektren besitzen, die Hypothese auf
gestellt, daß das k^Z-Atom als aus kleineren Teilen bestehend zu
denken sei. Die Physiker lehnten dies damals energisch und mit
Recht ab, weil eben noch nicht alle Erklärungsmöglichkeiten durch
das chemische Atom erschöpft wären. And schließlich wären diese
Aratome auch noch keine Aratome im Äartmannschen Sinne
gewesen. Man sieht jedenfalls, wie vorsichtig die Physiker zu
Werke gingen. Für Lartmann aber existieren diese Aratome
nicht nur, sie müssen sogar kugelförmig gedacht werden ganz ent
gegen der Tatsache, daß die Physiker gerade mit kugelförmigen
Atomen nie recht zu etwas kommen konnten.
Außer den Körperatomen, fährt Äartmann fort, gäbe es noch
Ätheratome zwischen den einzelnen Körpern und in ihnen, die man
an ihrer Eigenschaft, Wärme fortzustrahlen, erkenne. Sie sollen
nach ihm die magnetischen und elektrischen Erscheinungen hervor
bringen. Körper und Körperatome ziehen einander im um-
- PH. A. II. C. V., S. 97.
* PH. A. II. C. V., S. 98.
' PH. A. II. C. V., S. 99.

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