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formell — nach induktiver Methode vollzogen habe, da diese Be
stimmung von der Frage geleitet wird: wie muß die objektiv-reale
Sphäre in ihren Grundzügen konstruiert sein, damit Erfahrung
möglich und sinnvoll sei. Man darf aber nicht vergessen, daß
der eigentliche Sinn der naturwissenschaftlichen Induktion doch völlig
verschoben ist; für die naturwissenschaftliche Induktion ist die
Lypothese ein rein ideales Mittel zur ökonomischen Erweiterung
und Vertiefung der Erfahrung, auf die es allein ankommt; für
Lartmann dagegen ist die metaphysische Hypothese einer erkenntnis-
theoretisch transzendenten, objektiv-realen Sphäre und ihrer Kausalität
das Ziel und die Erfahrung nur eine Instanz, zu der diese
Hypothese nicht in Widerspruch treten darf.
Die wissenschaftliche Induktion ist einer Transzendenz unfähig —
auf eine solche hat Hartmann es aber gerade abgesehen. Vielleicht geht
man nicht fehl, wenn man die Hartmannsche kategorielle Bestimmung
der objektiv-realen Sphäre in Parallele stellt zu der Methode,
nach der der transzendentale Idealismus die apriorischen Faktoren
bestimmt, die in jeder Erfahrung mitverwebt sind. Nach transzen
dentaler Methode, will mir scheinen, hat Hartmann die Kategorien
der objektiv-realen Sphäre gefunden. Wenn daher seine vermeintlich
induktive Grundlegung des ttanszendentalen Realismus die Existenz
der objektiv-realen Sphäre nicht einwandsfrei nachweist, so kann
die nähere kategorielle Bestimmung dieser Sphäre wohl auch keinen
induktiven Beweis für sie erbringen.
Nachdem also Hartmann die Welt der Dinge an sich und das
Wirken der Kausalität in ihr hergeleitet hat, geht er zu näheren
Bestimmungen für diese Sphäre über.
Zunächst muß das Ding an sich, da es wirkt, zeitliches Dasein
haben. Die Veränderung an ihm aber weist auf das Beharrliche
an ihm, das Substanzielle, hin (Problem der Metaphysik). Der
Daseinszustand des Dinges an sich ist ferner ein durch und durch
kausal bedingter, notwendiger, gesetzmäßiger, weil sonst die Kommuni
kation der Bewußtseine durch die Dinge an sich nicht möglich wäre.
Der Denknotwendigkeit entspricht also einer „Naturnotwendigkeit".
So sind schließlich mit Ausnahme einiger rein subjektiver Denk
formen (Denksormen des bewußten Denkens) alle Kategorien auch in
der objektiv-realen Sphäre vertreten — damit Erfahrung möglich sei?
i Vgl. K. ©., Kap. VI, S. 96-106.

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