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Diese Welt des flüchtigen Gedankenspieles, die subjektiv-ideale
Sphäre, ist Äartmanns Ausgangspunkt. Sie erfordert, damit
Erfahrung möglich und sinnvoll sei, die transzendente Welt der
Dinge an sich, aus der die Anstöße für die Vorgänge in der
subjektiv-idealen Sphäre kommen. Die Vermittelung geschieht durch
die „transzendente Kausalität", durch die beide Sphären zusammen
hängen. Die Kausalität ist ihres subjektiv-idealen Charakters, den
sie beim Idealismus trägt, zu entkleiden, sie muß zur transzendenten
werden, d. h. zu einem Gesetz der Verknüpfung von Seiendem
überhaupt? Denn dem Subjekt unterliegt ja ebenfalls das Ding
an sich, durch das es mit den übrigen Dingen an sich auf Grund
der transzendenten Kausalität in Verbindung steht. Das sekundäre
Ergebnis hiervon ist die Bewußtseinswelt. Für die Erfahrung aber,
die in dieser Bewußtseinswelt gemacht wird, ist eine transzendentale
Arsache, eine Welt der Dinge an sich, eine höchst fruchtbare Hypothese?
Gesetzes- und Arsacheninduktion hatte Hartmann als die beiden
Arten der Induktion aufgestellt. Durch Gesetzesinduktion ist er
natürlich nicht zu seinem erkenntnistheoretischen Standpunkt gekommen.
Denn Arsache und Wirkung sind ihm nicht im Sinne der Erfahrungs
wissenschaften gegeben. Bekannt ist ihm nur das Bewußtseins
immanente (Wirkung), die transzendente Welt (Arsache) muß erst
erschlossen werden, nachdem sie allein zur Garantie dafür, daß die
Bewußtseinsvorgänge nicht in bloßen Schein ausarten, gefordert
worden war.
Betrachten wir seine Ableitung unter dem Gesichtspunkt seiner
Arsacheninduktion, wie sie noch erscheint, bevor sie durch obige
Kritik andern Sinn erhalten hat, so ist selbst diese in diesem Falle
nicht zur Anwendung gekommen. „Wirkung" waren die Vorgänge
der subjektiv-idealen Sphäre; das ist aber auch alles, was er kennt.
Schon das Gesetz, das er doch für seine Arsacheninduktion kennen
oder doch wenigstens aus früheren Induktionen oder aus formalen
Deduktionen schöpfen muß (vgl. S. 14) — welch letzteren wieder,
1 K. ©., S. 56. Drews (Grundriß 110) nennt die Kausalität „die Landlung
des Affizierens, wobei das Affizieren die Lücke zwischen Tanszendenten und
Immanenten überbrücken soll". Einmal erscheint sie mehr als eine Funktion,
das andere Mal geht sie mehr in das Substantielle, nicht gerade zu Gunsten
des Verständnisses dieses Begriffes.
' K. G., S. 66.

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