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Übrige abhängt. Diese aber deutet Lartmann im Sinne des
transzendentalen Idealismus, widerlegt jedoch nicht vorher den
kritischen Realismus?'
Lartmann hat ganz denselben Ausgangspunkt wie der transzen
dentale Idealismus, nur beim Ding an sich trennen sich die Wege
wieder. In der Alternative: transzendentaler Idealismus oder
transzendentaler Realismus widmet Äartmann dem ersteren einen
großen Teil seiner Ausführungen. Die Erscheinungswelt des
transzendentalen Idealisten, weist er nach, ist schließlich nur der
bloße Traum eines Träumenden, der aber doch von niemandem
geträumt wird und der, als bloße Funktion ausgefaßt, wegen der
Form der Zeitlichkeit wiederum zum Schein wird, so daß alles in
bloßen Illusionismus, in ein phantastisches Gaukelspiel ausartet
und der Wahnsinn des eine Welt scheinenden Nichts uns anekelt?
Ich kann mich hier nicht auf eine nähere Betrachtung seiner
Widerlegung des transzendentalen Idealismus einlassen, für mich
ist es nur wertvoll, nach welcher Methode Kartmann seinen eigenen
Standpunkt entwickelt.
Selbst wenn man die Voraussetzung macht, es sei ihm gelungen,
die Anhaltbarkeit des Idealismus nachzuweisen, mit der er den
Ausgangspunkt (die subjektiv-ideale Sphäre) gemein hat, und wenn
man auch die Alternative zwischen diesem und dem transzendentalen
Realismus gelten läßt, dann ist es immerhin noch sehr zweifelhaft,
ob Kartmann aus diesem absoluten Schein, „diesem offenbaren
Widersinn", nach induktiver oder sagen wir kurz nach erfahrungs-
wiffenschaftlicher Methode, auf die Dinge an sich, die objektiv
reale Sphäre, kommen kann, oder ob auch für ihn hier die Meta
physik und ihre Spekulation beginnen darf.
Daß der Idealismus zum absoluten Illusionismus führt, ist für
Kartmann das Motiv, ihn zum aufgehobenen Moment in seinem
erkenntnistheoretischen Realismus herabzusetzen? Der gesunde
Menschenverstand fordert eine wirkliche Wirklichkeit, die mehr ist
als ein flüchtiges Gedankenspiel.
1 Auch Drews vertritt noch die Ansicht, L. habe alle möglichen Stand
punkte durchwandert (ck. S. 122) und damit den transzendentalen Realismus
deduktiv bewiesen.
- K. G., S. 46/47.
s K. ©., S. 48.

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