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Die alltäglichen Erscheinungen sind sein Ausgangspunkt. Die frei
beweglichen Körper geben das Arbild zur Atomistik, die flüssigen
das zu den Kontinuitätstheorien der Materie. Äinzu kommt Zug
und Druck nebst Stoß, wie der Muskel sie vermittelt. Wo die
Physik ratlos vor einer Erscheinung steht, pflegt sie immer wieder
zu diesen Arbildern zurückzukehren, und durch die Analogien und
Ähnlichkeiten geleitet, stellt sie sich, der schöpferischen Kraft des
Geistes freien Lauf lassend, Bilder her, die erfahrungsgemäß Licht
in dunkle Erscheinungen bringen. Aus diesem Grunde war die
Physik eigentlich immer mechanisch gesinnt. Erst viel tiefere Er
wägungen und Besinnungen auf die Art dieser Bilder haben eine
Amkehr von der allgemeinen Mechanik in Bewegung gebracht.
Denn wenn der mechanistische Physiker auch nichts weiter tut,
als daß er den fundamentalsten mechanischen Erscheinungen ihren
Gültigkeitsbereich über die Anmittelbarkeit hinaus erweitert, so
muß er doch hierbei idealisieren (abstrahieren), und dies ist
ein Punkt, an dem die Einwürfe gegen die allgemeine Mechanik
einsetzen können. Der Physiker muß idealisieren, weil er anders
gar nicht forschen kann, und selbst alle mechanischen Fundamental-
gesetze erweisen sich als freie Schöpfungen des menschlichen Geistes.
Der Physiker findet empirische, d. h. in der Erfahrung „gültige"
Gesetze nach induktiv-spekulativer Methode, jener Methode Galileis,
wobei das soeben hervorgetretene spekulative Element betont zu
werden verdient. Äartmann sucht spekulative, d. h. jenseits aller
Erfahrung liegende * Ergebnisse nach induktiv-naturwissenschaftlicher
Methode, in der das spekulative Moment möglichst, wenn nicht
völlig, verdeckt erscheint und geleugnet wird.
Nach diesen Bemerkungen möge die Frage nach den Hypothesen
der Physik und ihrer Berechtigung an einem weiteren Beispiele
erörtert werden.
Nirgends in der Physik ist die Atomistik reinlicher durchgeführt
worden als in der kinetischen Gastheorie, einer der erfolgreichsten
Hypothesen, die die Physik je gebildet hat.
Boyle und Mariotte fanden ihr Gesetz durch das Experiment,
ohne irgendwelche nähere Vorstellungen über die Natur der Gase
zugrunde zu legen. Die Physiker aber machten gerade später bei
1 Auch die Idealisierungen der Physiker liegen jenseits der ursprünglichen
Erfahrung.

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