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Kraft die Masse (Äerz) oder die Energie (mechanische und sub-
stantielle Energetik) einführten, nach unserer Ansicht erst nach er
schöpfender Verwertung der Kraft möglich waren, wie sie denn ja
auch erst nachträglich entstanden sind, so liegt es doch auf der Land,
daß der Begriff der Fernkrast vorerst wenigstens etwas Befrem
dendes an sich haben muß. Daß Massen auseinander in beliebiger
Entfernung, von der Zeit unabhängig, Kräfte ausüben sollen, das
war und ist rätselhaft. Darum sollten denn auch unzählige Gra
vitationshypothesen bis auf den heutigen Tag diesen Erscheinungs
komplex menschlich begreiflicher machen. Das Gravitationsgesetz
ist unbekümmert um irgendwelche Arsachenhypothesen höchst vor
teilhaft für die Wissenschaft gewesen. Alle Erscheinungen der
Astronomie, die noch im Bereich der Genauigkeit unserer Meß
apparate liegen, haben sich diesem Gesetz unterordnen lassen. And
doch hat sich der Mensch damit nicht zufrieden gegeben. Das
muß seinen Grund haben. Der Mensch darf sich im Interesse
der Forschung auch nicht mit Erkenntnissen von gewisser All
gemeinheit zufrieden geben, sondern muß das noch Allgemeinere
suchen. Trotzdem aber sind nach meiner Ansicht die Gravitations
hypothesen abzulehnen. Nicht etwa, weil ihre Schöpfer keine
Wahrscheinlichkeitskoeffizienten aufgestellt haben — diese würden
die Hypothesen in nichts wertvoller machen —, sondern weil diesen
Hypothesen der rechte Boden fehlt.
Ein zweites Beispiel, das ich hier einfüge, soll die Sache an
schaulicher machen.
Bis um die Mitte der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
waren in der Elektrizität eigentlich nur die ponderomotorischen
Wirkungen bekannt. Das Coulombsche Gesetz beschrieb alle auf
diesem Gebiet nur möglichen Funktionskomplexe mit einer für da
malige Messungen hinreichenden Genauigkeit. Es stimmte in der
Form genau mit dem Newtonschen Gravitationsgesetz überein.
Auch hier arbeitete man mit Fernkräften, es war hier also auch
dasselbe Rätsel vorhanden wie bei der Gravitation. Man hätte
auch sicher noch ähnliche Hypothesen wie die über die Gravitation
erlebt, hätte nicht der geniale Faraday zu früh die Wirkungen
des Dielektrikums gezeigt. Der primäre Erscheinungskomplex war
damit unzweifelhaft bloßgelegt, und das primäre Gesetz, die Max-
wellschen Gleichungen, folgten. Die ponderomotorischen Wirkungen

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