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Wenn wir uns erinnern, daß das Gebiet der Physik von uns
erst durch Abstraktion von dem rein Subjektiven in unsern Er
lebnissen geschaffen wird, so bleibt es immer noch eine Frage, ob
diese Abstraktion restlos durchgeführt werden kann.
Mit dem Begriffe der Kraft übertragen wir auf die Objekte
der Physik die einfachste Form des Begriffes der Intensität, zu
dessen Bildung wir in unsern Erlebnissen immer wieder gezwungen
werden, eben die Intensität der durch Druck, Zug und Stoß in
uns hervorgerufenen Empfindungen, die wir mit dem Ausdruck
Kraft bezeichnen. Im Grunde genommen vernichten wir damit
ein rein begriffliches Objekt der Physik als solches wieder, indem
wir es mit dem Kraftbegriff zugleich notwendigerweise substanziieren,
verichlichen. Denn unsere gesamte Erfahrung verläuft zwar nach der
Kategorie der Relation, das Ding der Wissenschaft ist nichts weiter
als eine mehr oder minder komplizierte Relation, ein Funktions
komplex, aber werden wir nicht über die Relation hinaus zu der
Bildung des Begriffes „Relatum", Substanz, gezwungen, eben
infolge dieser Ich-Erfahrung? Bon dem empirischen Ich, das
allerdings nichts weiter ist als die Summe des Subjektiven in den
jeweiligen Erlebnissen, geht unsere Spekulation mit Notwendigkeit
auf das Ich an sich, den Llrtyp des Dinges an sich, und mit dem
Kraftbegriffe übertragen wir im Grunde mindestens die Tendenz
zu dieser Ichheit auf das physikalische Objekt. Schon hier, inmitten
exakter Forschung, stehen wir vor dem Grundproblem der Meta
physik, dem Substanzproblem oder dem Problem der absoluten
Realität. In ihrer reinen Raumzeitlichkeit sind die physikalischen
Objekte das rein Objektive für uns, zugleich das rein Relations
hafte; mit der Kraft, der Intensität, ragen sie aber in das
Subjektive hinein und nehmen Anteil an dem, was den mensch
lichen Geist zur Metaphysik treibt. Es bleibt also schließlich das
physikalische Objekt immer etwas mehr als das rein Objektive
unserer Erlebnisse. Wir verstehen es so auch, warum neben Raum
und Zeit ein anderer Begriff zur Beherrschung der physikalischen
Erscheinungen nötig ist, und warum Newton den Begriff der
Kraft bestehen ließ, wenn auch in einer ganz eigenartigen Form,
als Fernkraft.
Wenn wir nun den Kraftbegriff als für die Physik ganz un
entbehrlich annehmen und Systeme der Mechanik, die statt der

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