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gemeinheit gerade erst durch die Induktion hergestellt. Die Kon
stante zu bestimmen ist nachträglich die Aufgabe des Experimentes
und der Rechnung. Auf diese Weise kommt die Gesetzesinduktion
nicht zu ihrem Recht, sie wird der Llrsacheninduktion in ähnlicher
Weise ferngerückt wie die Deduktion der Induktion, von welch
ersterer Äartmann behauptet, daß sie nur Lücken füllt auf Grund
von induktiv gewonnenen Prämissen? Die Deduktion ist ihm
eine Operation zweiter Ordnung, da sie nur das von der Induktion
gewonnene Korn zu Mehl mahlt.
Äartmann hat bei dieser Ableitung des Wesens der Induktion
in der subjektiv-idealen Sphäre fortwährend Bestimmungen aus
der erkenntnistheoretisch transzendenten objektiv-realen Sphäre zu
Äilfe nehmen müssen, obgleich er diese selbst doch erst induktiv
naturwissenschaftlich auffinden soll. Ist doch die Natur reine
Hypothese. Die im Grunde genommen spekulative Art der Ver
leitung der Gesetze über die Induktion und Deduktion enthüllt sich,
wenn Äartmann behauptet, daß Deduktion und Induktion nur
darin ihren Erkenntniswert haben, daß sie reale, explizite Ver
hältnisse (die nebenher für uns erkenntnistheoretisch transzendent
und hypothetisch sind) ideell rekonstruieren, was sie nur können
sollen, indem sie sich auf die spekulative Kategorie der Kausalität
stützen?
Schließlich gerät Äartmann in der subjektiv-idealen Sphäre sogar
völlig aus metaphysisches Gebiet?
Es enthüllt sich hier die methodologische Schwierigkeit, in die
Äartmann und mit ihm jeder andere Philosoph sich schon beim
Beginn des Philosophierens verwickeln muß, wenn als das un
mittelbar in der Wahrnehmung, im Erlebnis Gegebene nur das
Subjekt (die subjektiv-ideale Sphäre) angesehen wird, das Objekt
dagegen (die objektiv-reale Sphäre) transzendent ist und auf irgend
einem Wege erschlossen werden muß. Dann wird man zu keiner
für die Erfahrung gültigen Bestimmung kommen können, ohne
das transzendente Gebiet zu Äilfe zu nehmen, wie wir es hier bei
Lartmann bestätigt finden. Selbst die fundamentalsten Gesetze des
Erkennens muß dann im Grunde die transzendente Sphäre liefern.
* K., S. 307.
- K., S. 307.
- K., S. 318-324.

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