Full text: Die induktive Methode bei Eduard v. Hartmann

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durch induktiv - naturwissenschaftliche Methode verknüpfen, so hat 
er kein Recht, dies als etwas.Neues, vor ihm nie Versuchtes 
durch ein Motto hervorzuheben. Aber auch in diesem Falle bleibt 
es für uns noch fraglich, ob er selbst in diesem Sinne induktiv 
vorgegangen sei. Denn wenn er dann auch natürlich nicht den 
Weg von unten nach oben gegangen ist, sondern zwischen zwei Polen 
oszilliert, so kann dies Oszillieren immer noch mehr oder minder 
induktiven Charakter tragen. 
Soll aber das Motto einen Sinn haben, so muß Äartmann 
damit meinen, er sei von den empirischen Wissenschaften und ihren 
Grundlagen ausgegangen, habe nach den in der Wissenschaft ge 
bräuchlichen Methoden eine Erkenntnistheorie begründet und von 
hier aus nach derselben Methode ein metaphysisches System 
errichtet.' 
II. 
Induktion 
und Wahrscheinlichkeit bei Ed. v. Hartmann. 
Es wäre nun zunächst unsere Aufgabe festzustellen, was Lartmann 
unter Induktion versteht, dann zu untersuchen, ob sich sein Ver 
fahren mit seinem Begriffe von der Induktion deckt, schließlich, an 
sein Verfahren den Maßstab der von der Wissenschaft und zwar 
der Naturwissenschaft im besonderen tatsächlich befolgten Methode 
zu legen. 
Äartmann behandelt in seiner Kategorienlehre unter den „Kate 
gorien des schließenden Denkens" auch Deduktion und Induktion? 
Nachdem unter „Deduktion" die Elemente der formalen Logik dar 
gestellt sind/ leitet er über zur „Deduktion zum Zwecke der Erkenntnis". 
Solange den Prämissen des deduktiven Schließens keine Dinge an 
sich in der objektiv-realen Sphäre entsprechen, auf die sie sieb 
* Einiges Licht fällt auf dies Dilemma durch die Behauptung von Drews, 
der Begriff des Anbewußten hätte der induktiven Methode erst den Weg 
zur Spekulation eröffnet; ek. S. 5. 
- K., S. 294-308. 
a K., S. 281-288.
	        

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