9
O
1
dem Philosophen die Berechtigung zu jenem Motto nur bestreitet,
weil die Naturwissenschaft als solche freilich nicht imstande ist, zu
spekulativen Resultaten zu führen."
Nun hat Lartmann in seiner Kategorienlehre den Begriff der
Induktion eröttert, so daß man die Möglichkeit hat sich zu informieren,
was dieser Begriff für Äartmann besagt, und von hier aus eine
Prüfung der Methode seines Philosophierens unternehmen kann.
Dann muß sich zweierlei zeigen: erstens, ob Lartmann die von
ihm definierte Methode wirklich befolgt hat — dann hat sein Motto
wenigstens eine immanente Berechtigung — zweitens, ob Lartmann
die induktiv-naturwissenschaftliche Methode in Übereinstimmung mit
den wirklichen Methoden der Naturwissenschaften definiert, wobei sich
zeigen muß, ob seine Methode auch einer externen Kritik standhält.
Wenn ich nun im folgenden versuche, Lartmanns Philosophie
ihrer Methode nach zu beleuchten, so wird es zuvörderst von
Interesse sein zu erfahren, was Lartmann sich seinerzeit bei dem
Motto des Erstlingswerks gedacht hat. Darauf werde ich Lart-
manns Anschauungen über die Induktion und die Wahrscheinlichkeit,
die bei ihm eng mit ihr zusammenhängt, erörtern und die Frage
auswerfen, ob Äartmann seine spekulativen Resultate wirklich nach
der angegebenen Methode gefunden habe, und wenn dies etwa zu
verneinen wäre, ob er sie nach den Methoden abgeleitet habe, die
man vielleicht durch den Begriff „induktiv-naturwissenschaftlich"
zusammenfassen kann. Besonders werde ich noch eingehen auf
Lartmanns Stellung zur Physik, die ja der Ausgangspunkt und
der Antrieb zu meinen Überlegungen gewesen ist. Einige Beispiele
werden uns ferner illustrieren, wie Lartmann wissenschaftliche Tat
sachen metaphysisch verwertet, wie er philosophische Ergebnisse aus
seiner Methode zieht.
I.
Bedeutung des Mottos.
In der „Philosophie des Unbewußten" sagt Lartmann bezüglich
seiner Methode, er habe sich im Gegensatz zu der deduktiven und
dialektisch-konstruktiven Methode Schellings in methodologischer

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.