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Zur Annahme irgend einer psychopathischen Anlage sehen
wir keine Berechtigung. Der einmalige angebliche Schwindel
anfall in der Jugend blieb ohne Wiederholung und hat gar
keine Bedeutung. Als auslösendes Moment könnte man die
Erkrankung des Magens ansehen, an der der Patient angeblich
seit dem Jahre 1896 leidet. Die objektive Untersuchung
in der Kieler Medizinischen Klinik ergab jedoch einen Befund,
der unmöglich den Anlaß zu den erheblichen Beschwerden
bieten konnte, über die der Patient klagte. Auch bei fort
schreitender Besserung blieb das subjektive Befinden unver
ändert, ließen die Schmerzen nach Angabe des Kranken nicht
nach. Da auch später Klagen über abnorme Vorgänge in
den Verdauungsorganen immer wieder in allererster Linie
von dem Patienten geäußert wurden, so wird man mit der
Ansicht nicht fehlgehen, daß die vom Magen ausgehenden
Beschwerden von Anfang an ein Symptom bestehender
Hypochondrie bildeten.
Wir haben es also mit einem Fall reiner Hypochondrie
zu tun, die spontan entstanden ist und nicht als Teil
erscheinung irgend einer andern Nerven- oder Gemütserkrankung
aufgefaßt werden darf. Er ist ein Beitrag zur Unterstützung
der Bestrebungen, die die Hypochondrie als selbständige
Krankheit weiterhin betrachtet sehen wollen.
Herr Geh. Med.-Rat Professor Dr. Siemerling
hatte die Güte, mir das Material zur Verfügung zu stellen
und mich bei der Anfertigung der Arbeit auf das freundlichste
zu unterstützen. Ich erlaube mir, ihm auch an dieser Stelle
meinen aufrichtigen Dank auszusprechen.

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