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verschiebliche Geschwulst, weniger empfindlich, die den Eindruck
eines Fibroms macht.
Operation 5. 3. 5 cm langer Schnitt in der Mittellinie dicht
über dem Nabel. Nach Freipräparieren der Aponeurose sieht man,
daß aus der Linea alba eine etwa kirschgroße Fettgeschwulst durch
einen Schlitz hervorgetreten ist. Ein Einschnitt in dieselbe zeigt,
daß sie einen lipomatösen Bruchsack darstellt. Quere Erweiterung
des Schlitzes, Tabaksbeutelnaht des Peritoneums, Abtragung des
Bruchsackes, quere Vereinigung der Aponeurose mit Silberdraht
nähten, Katgutnaht, Hautnaht längs verlaufend. 2 Queriinger breit
unterhalb des Processus xiphoideus 4 cm langer Hautschnitt in
der Mittellinie, die hier gefühlte Geschwulst erweist sich als ein
kirschgroßes Lipom, Aponeurose unversehrt, Katgutnaht. Hautnaht.
7. 3. Pat. klagt noch immer Uber Schmerzen im Rücken,
sonst Allgemeinbefinden gut.
13. 3. Heilung p. p , Entfernung der Nähte.
19. 3. Wunde gut vernarbt. Beim Husten keine Vorwölbung
der Regio epigastrica mehr fühlbar. Pat heute mit Leibbinde
nach Hause entlassen. Er klagt noch immer über Schmerzen, die
von der rechten Seite nach der Lendeuwirbelsäule hin ausstrahlen.
Ein objektiver Befund ergibt sich nur in so fern, als im sechsten
Intercostalraum rechterseits sich eine kleine auf Druck angeblich
sehr schmerzhafte, seichte Vorwölbung findet. Ein Grund, dieselbe
als Absceß anzusprechen, ergibt sich nicht.
29. 3. 04. Da sich bei Pat. jetzt eine Schwellung im Rücken
zeigt, wird Pat. vom Hausarzt heute wieder der Klinik überwiesen.
Pat. klagt jetzt über starke Schmerzen, die vom Rücken nach dem
unteren Bauch hin ausstrahlen, sowie über taubes Gefühl und
Prickeln in beiden Beinen. Stuhlgang angehalten, Harnentleerung
unregelmäßig.
Es stellt sich heraus, daß in der Höhe des 6. und 7. Brust
wirbels eine taubeneigroße, sehr schmerzhafte Geschwulst rechts
neben der Wirbelsäule sich befindet, die sehr prall ist und deutlich
fluktuiert. Der Dornfortsatz des 7. Brustwirbels ist sehr druck
empfindlich. Die Wirbelsäule ist im Bereiche der Geschwulst
deutlich kyphotisch. Stauchungsschmerz nicht vorhanden.
Patfellar- und Achillessehnenreflexe lebhaft gesteigert, Fuß-
klonus sehr ausgesprochen. Bauchdecken- und Cremasterreflexe
undeutlich.
Schmerzempfindung, Temperatursinn, Beweglichkeit der Glied
maßen erhalten, Retentio urinae et alvi.
In den folgenden Tagen entwickelt sich das Bild einer
Medullarcompression, das durch eine Glissonsche Schlinge nur
leicht gebessert wird. Es tritt dann schwere Haematurie hinzu.
Eine Operation vermag Pat. nicht zu retten (Laminektomie). Am

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