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Mit der Schlundsonde kommt man in der Höhe des Kehl
kopfes auf ein Hindernis, das sich jedoch, nachdem man die Sonde
ein kleines Stück zurückgezogen hat, meist leicht überwinden läßt,
wenigstens mit steiferen Sonden. 46 cm hinter der Zahnreihe
stößt man auf ein zweites Hindernis, das sich ebenfalls, wenn man
die Sonde etwas zurückzieht und von neuem in einer anderen
Richtung wieder einführt, meistens auch mit dicker Sonde über
winden läßt.
ln der Nacht hat Pat. ca. 1200 cm von verdautem Blut
schwarz gefärbter Flüssigkeit erbrochen.
Diagnose: Hernia epigastrica, Oesophagusdivertikel.
Operation 29 5. Schnitt über die Schwellung in der Linea
alba in vertikaler Richtung. Bei vorsichtigem praeparatorischen
Vorgehen gelingt es, einen 2 — 3 cm langen dünnen Bruchsack
freizupraeparieren, der eröffnet wird und Netz enthält. Reposition
des nicht verwachsenen Netzes, Tabaksbeutelnaht, Abtragung und
Versenkung, Vernähung der Aponeurose mit Silberdraht, Katgut-
naht, Hautnaht. Heftpflasterverband.
31. 5. Diese Nacht mehrmals Erbrechen von te'ls flüssigem,
teils geronnenem Blut, im ganzen ca. 500 cbcm Flüssigkeit. Eis
blase auf den Leib, Schlucken von Eisstückchen, Gelatineinjektion.
Seitdem kein Erbrechen. Sehr vorsichtige Ernährung.
3. 6. Der nach Klystier entleerte Stuhl ist vollkommen
schwarz gefärbt. Kein Zeichen einer neuen Blutung, keine Schmerzen.
12. 6. Allmählich wird begonnen, breiige Speisen zu geben.
Pat. verträgt diese gut; keine Druckempfindlichkeit der Magen
gegend. Wunde per primam geheilt.
22 6. Pat. verträgt jetzt gut geschabtes Fleisch, auch etwas
Brot. Beschwerden von Seiten des Magens sind nicht wieder auf
getreten. Wunde gut vernarbt. Pat. wird mit Leibbinde entlassen,
bleibt noch bezüglich der Diät in Behandlung.
März 1906: Persönliche Untersuchung: Bruch nicht wieder
aufgetreten. Narbe fest, nicht druckempfindlich. Pat. hat noch
öfter Erbrechen, hauptsächlich schleimiger Massen gehabt, mußte
deshalb mehrere Male einige Tage die Arbeit aussetzen. Pat.
verträgt nur ganz leichte Speisen. Besonders abends nur geringe,
leicht verdauliche Kost, sonst regelmäßig vor oder gleich nach
dem Zubettgehen Erbrechen. Allgemeinzustand verhältnismäßig gut.
Fall IV.
Anamn.: Kesselschmied Christian Kamm, 60 Jahre, Kiel. Auf
nahme 15. 6. 04.
Seit etwa 3 Jahren leidet Pat. an Leistenbruch. Vor 2 Jahren
angeblich Magenkatarrh gehabt. Seit V 4 Jahre hat er stets nach
dem Essen heftige Schmerzen, die etwa l 1 /» Stunde nach der Mahl

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