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bis zum Schwertfortsatz nimmt diese Verbreiterung der
weißen Linie bis auf 3 cm zu, und die Dicke nimmt noch
bedeutend ab. Die Kreuzungsmaschen sind im allgemeinen
sehr eng und lassen an einzelnen Stellen Gefäße und
Nerven aus der Tiefe durch.
Diese anatomischen Tatsachen erklären es, weshalb
die Herniae epigastricae im Verhältnis zu den Brüchen
der weißen Linie unterhalb des Nabels so häufig sind.
Nachdem die meisten Aerzte auf dieselben aufmerksam
geworden sind, erhöht sich der Prozentsatz, der von
Berger auf 1,37 Proz. der Brüche und von Bohland
auf 1 Proz. der gesamten Kranken seiner inneren Poli
klinik angegeben wird, immer mehr. Thies berechnet
einen Prozentsatz von 4,65 Proz. der Brüche in den
Jahren 1899—1902 an hiesiger Klinik. In der allerjüngsten
Zeit vergeht an hiesiger Klinik kaum eine Woche, in der
nicht eine Hernia epigastrica operiert wird, innerhalb der
letzten 8 Wochen allein 7 Fälle.
Die Angabe älterer Autoren, daß diese Hernien beim
weiblichen Geschlecht bedeutend häufiger seien als beim
männlichen, ist längst durch viele statistischen Angaben
widerlegt worden. Als treffendes Beispiel kann die hiesige
Klinik angeführt werden. Unter 56 Fällen der Jahre von
1899 bis heute ist kein einziger weiblicher Patient. Man
scheint früher zu den eigentlichen Brüchen die nur auf
Diastase der Recti beruhenden Vorwölbungen der Bauch
wand mitgerechnet zu haben und so mag das weibliche
Geschlecht durch die manchmal entstehende Diastase der
Recti in der Gravidität in die Ueberzahl gekommen sein.
Witzei erwähnt zwar einen Fall, bei dem während der
dritten Gravidität ein medianer Bauchbruch entstand, ob
oberhalb oder unterhalb des Nabels gibt er nicht an. Das
Alter ist meistens das mittlere zwischen 20 und 50 Jahren.
Jedoch sind in hiesiger Klinik auch einige weit ältere
Männer darunter, und auch mehrere jüngere Personen.
Ich komme damit auf die Aetioiogie der Brüche in
der Regio epigastrica zu sprechen. Roth gibt schon als
ersten Grund an, einen im embryonalen Leben durch
fl

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