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„Die epigastrischen Hernien bestehen aus kleinen Lipomen
des subserösen Zellgewebes, welche ein Bruchsack um
hüllt. Das ist bisweilen alles was man findet. Ja, wenn
man nicht genauer untersucht, kann ein kleiner dünner
Bruchsack leicht übersehen werden und man glaubt einen
reinen Fettbruch vor sich zu haben“. Verfasser hat hier ent
weder den Bruchsack an falscher Stelle gesucht, oder es muß
diese Stelle nur als ungenau ausgedriickt vorgesehen werden.
So wie es hier steht, muß es den Unkundigen irre führen.
Cock 1850 sagt: „Es gibt nichts häufiger als An
schwellungen in der Linea alba, die einem Bruch gleichen,
aber nur aus Fett bestehen, welches sich durch eine Spalte
vorgedrückt hat“. Daß aber diese Meinung nicht richtig
ist, verdanken wir in erster Linie Bergmann, Lücke
und besonders Witzei und Roth, die in den achtziger
und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in ihren
Arbeiten auf die große Bedeutung der epigastrischen
Hernien hinweisen und durch klare Erörterungen die Kenntnis
über dieselbe erweitert haben, so daß die Kenntnis dieser
Hernien heutzutage zum Allgemeingut der meisten Aerzte
geworden ist. Auch von der medizinischen Klinik widmet
Bohland, nachdem die Chirurgen öfter an die inneren
Kliniker diese Mahnung gerichtet hatten, diesen Hernien
einen Aufsatz. Daß in jetziger Zeit denselben vielleicht
manchmal zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und
dabei tiefere Leiden übersehen werden, darauf werde ich
später zurückkommen
Wie ich oben sagte, versteht man unter Hernia
epigastrica den in der Linea alba zwischen Nabel und
Processus xiphoideus vorkommenden Bruch. Ueber die
anatomischen Verhältnisse der Linea alba ist folgendes
zu bemerken: ln der Linea alba kreuzen sich die Aponeu-
rosen der breiten Bauchmuskeln, nachdem sie die Rektus-
scheide gebildet haben, und bilden hier ein fibröses
Geflecht, das oberhalb der Symphyse nur einige Millimeter
in querer Richtung mißt, sich nach dem Nabel hin all
mählich verbreitert, zugleich aber an Dicke von vorne
nach hinten gemessen abnimmt. Oberhalb des Nabels

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