12
ration der Hinterstränge erzeugt. Diese Folge kann durcli
jeden Tumor bedingt werden, aber gerade die des cerebellum
sind besonders dafür geeignet, weil die Drucksteigerung bei
ihnen meistens einen besonders hohen Grad erreicht. Die
Ursache der bei den Kleinhirntumoren relativ häufigen
Erscheinung des plötzlichen Todes ist wohl die Respriations-
lähmung, die durch Compression der Medulla oblongata be
dingt ist. In der Abhandlung von Seiffer : Über die Ge
schwülste des Kleinhirns und der hinteren Schädelarrube
O
(Med. Klinik 3. Jahrgang 1907 Nr. 1) werden die Er
scheinungen besprochen, welche differenzialdiagnostisch bei
der Frage, ob intra- oder extracerebellarer Tumor in Be
tracht kommen. Schon v. Monakow wies darauf hin, dass
an extracerebellaren Tumor, an ein Acusticusneurom oder
-fibrom gedacht werden könne, wenn zu Kleinhirnsymptomen
die cerebellare Ataxie, Schwindel, Kopfschmerz, Stauungs
papille, einseitige Acusticus-, Facialis- und Trigeminusparese
ev. auch Blicklähmung und Dysarthrie hinzukomme. Die
intracerebellaren Geschwülste zeichnen sich aus durch früh
zeitiges Auftreten von Kopfschmerzen, Erbrechen, Stauungs
papille und Schwindel. Bei extracerebellarem Sitz treten
diese Erscheinungen erst in späterem Stadium auf. Der
Y. bis VIII. Gehirnnerv sind bei extracerebellarem Tumor
meist deutlich und früh, bei intracerebellaren Tumoren,
wenn überhaupt, leicht. Eine schlaffe homolaterale Parese
kommt mehr bei intracerebellaren Tumoren vor.
Im folgendem möchte ich einen Fall mitteilen, bei dem
die Diagnose Kleinhirntumor durch besondere Umstände
ausserordentlich erschwert war.
Es handelt sich um den achtjähr. Schulknaben Peter
H., der am 20. März 1907 in die Klinik aufgenommen
wurde. Aus der Anamnese, die von der Mutter abgegeben
wurde, ist folgendes hervorzuheben: Die Grossmutter väter
licherseits ist schwer nervös gewesen; 2 Geschwister im
Alter von 5 und 7 Jahren sind gesund. Als Kind
habe sich Peter gut entwickelt, sei immer ruhig, verträglich,
gehorsam gewesen.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.