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Borst wird durch den Befund bei der Operation eines 
tiefgelegenen Lipoms am Halse, die in der hiesigen chirur 
gischen Klinik an einem 6 jährigen Knaben am 15. 111.06. 
vorgenommen wurde, unterstützt. Es ist dieser Fall in der 
Dissertation Westdickenberg 1906, „Über tiefgelegene 
Lipome am Halse“ beschrieben und kommt Westdick en her g 
auf Grund der microscopischen Untersuchung zu dem Resultat, 
daß es sich hier nicht um ein Herumlagern von Fettgewebe 
um die Lymphdrüse, wie Vircho v annimmt, handele, 
sondern daß man hier wohl eher Borst zustimmen muß, 
der annimmt, daß das Fett in die Drüsen hineinwachse. 
Cohn heim nimmt auch für die Lipome das Vor 
handensein von persistierenden embryonalen Keimen an, die 
durch die verschiedensten Ursachen zur Proliferation gereizt 
werden können. Hierzu bemerkt Grosch: „Jene Hypothese 
der verirrten Geschwulstkeime hat in der Tat viel bestechendes 
an sich, wenn man erfährt, daß das angeborene Lipom nicht 
selten mit anderweitigen congenitalen Störungen, so besonders 
mit dem eavernöseu Angiom, mit der Demoidcyste, mit dem 
Fibrom u. s. w. vergesellschaftet ist, welche bemerkenswerte 
Coincidenz Jacobi in seiner Arbeit (s. oben) verzeichnet 
hat. Aber eine ausreichende Beweiskraft für die Richtigkeit 
der Coh n h eim’ sehen Lehre ist diesen Fällen gewiß nicht 
beizumessen. Denn die Einstülpung des Hornblatts in die 
Schichten des mittleren Keimblatts als Anlage des Dermoids 
(Remack) oder die Entwickelung ektatischer Hautgefäße, 
die sich zum Naevus resp. Angioma cavernosum zusammen- 
kuäuelu, sind hinsichtlich11 ich der sie bedingenden Ursachen 
ebenso rätselhafte Erscheinungen wie die präesumierte Existenz 
eines foetalen Keimes für das Lipom. Fibrom, und andere 
congenital auftretende Geschwülste. 
Die Coh n hei m’sche Lehre hat in gewissem Sinne 
Unterstützung gefunden von Ribbel t, welcher zwei Wege 
angiebt, auf denen die Keimausschaltung, die richtigste Grund 
lage der Geschwulstbildung, zu stände kommt. 
1) Die Lösung aus dem Verbände kann auf mechanische 
Ein Wirkung zurückgeführt werden,Quetschungen, Zerreißungen 
und operative Eingriffe kommen in Betracht. 
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