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zu gehen anfing, traten die alten Beschwerden von neuem 
auf. Der Bericht des Dr. W. ist folgender: 
R. L. aus A. wurde nach einem vor einem Jahre er 
littenen Trauma bei geringfügigen Anlässen immer wieder 
von akuten Kniegelenksergüssen in ihrer Arbeitsfähigkeit 
behindert. Da die üblichen nicht operativen Maßnahmen 
diese lästigen Recidive nicht verhüten konnten, entschloß ich 
mich zur Arthrotomie des rechten Kniegelenks am ersten 
März dieses Jahres (1904) in der Erwartung, ein abgesprengtes 
intraartikuläres Knorpelfragment als die Ursache der be 
stehenden Gelenkschwäche anzutreffen. Es war jedoch ein 
solches nicht vorhanden ; vielmehr handelte es sich um das 
Bild der chronischen Synovitis mit circumscripten Zotten 
wucherungen der Synovialis besonders beiderseits neben dem 
lig. patellae, sowie im oberen Gelenkrecessus. An letzterer 
Stelle hatte die excessive Zottenhypertrophie die Form eines 
mit schmalerem Stiel zwischen den Femurcondylen ein 
schiebenden polypösen Gebildes von der Länge zweier Finger- 
glieder angenommen und konnte leicht zwischen die artiku 
lierenden Flächen sich einklemmen. Ich trug die Zotten 
wucherung ab — glatte Heilung. Schon während der Nach 
behandlung zeigten sich analoge Erscheinungen an der gegen 
überliegenden Gelenkseite, sodaß hier ähnliche Vorgänge Platz 
gegriffen haben werden. 
Befund: Das kräftig gebaute Mädchen hat einen 
hinkenden Gang, doch angeblich wenig Schmerzen im Knie. 
An der Außenseite des rechten Kniegelenks, parallel dem 
äußeren Rand der Patella, von der Tibiakante zum Condylus 
externus ziehend, ist eine 10 cm lange, gut verheilte Narbe 
sichtbar. Bei gestrecktem Knie ist nach innen von der 
Narbe bis an die Patella reichend eine halbkugelige, leichte 
Vorwölbung festzustellen, welche scheinbar dem inneren Teile 
der bursa infrapatellaris entspricht und bei Beugung des 
Knies verschwindet. Ein Druck auf diese Schwellung ist 
etwas schmerzhaft, die Schwellung selbst fühlt sich weich 
an, läßt eine Lappung oder bestimmte Configuration nicht 
erkenen. Links befindet sich an der gleichen Stelle 
eine Vorwölbung, welche jedoch weicher und weniger deut-
	        

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