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Obwohl diese Fälle von traumatischer Entstehung von
Lipomen nicht anzuzweifeln sind, so dürfte dennoch das
trauma nicht die eigentliche, sondern nur die Gelegenheits
ursache zur Entstehung der dazu notwendige Reiz sein.
Denn wenn das Lipom eine Folge mechanischer Insulte
wäre, so müßte man es doch an denjenigen Körperteilen
am häufigsten finden, die solchen Insulten am meisten aus
gesetzt sind, id est an den peripheren Abschnitten der Ex
tremitäten. Gerade die Lipome der Hohlhand und der Fuß
sohle gehören aber zu den größten Seltenheiten.“ Diese
Tatsache wird von G rösch in seinen „Studien über das
Lipom“ hervorgehoben. Er bemerkt, daß die planta pedis
und die vola manus geradezu eine gewisse Immunität gegen
diese Geschwulstform besitzen.
Grosch hat dann auf Grund umfangreicher Studien
seine Ansicht über die Genese und Lokalisation der Lipome
folgendermaßen ausgesprochen:
„Die Localisation des Lipoms befindet sich in einem
ganz bestimmten Abhängigkeitsverhältnis von der Verbreitung
der in das Gewebe der Flaut eingebetteten Drüsenorgane,
den Talg- und Schweißdrüsen, und zwar steht die Dispo
sition zur Geschwulstbildung in einem umgekehrten Ver
hältnis zum Drüsenreichtum. Scheidtmann bemerkt hierzu,
daß man die Menge der Talgdrüsen, welche Attribute des
Haarbalges sind, nach der Art und Stärke der Behaarung
schätzen wird. Die Schweißdrüsen, welche nach Meißners
Ansicht, die lebhaft von U n n a unterstützt wird, vorzüglich
Fett absondern sind hauptsächlich auf die Hohlhand, Fuß
sohle, die Streckseiten der Extremitäten, die Gelenkbeugen,
das Gesicht, mehr auf Brust und Bauch als auf dem Rücken
und den Schultern verteilt. Da. nun die Talg- und Schweiß
drüsen neben den Zerfallsprodukten des Stoffwechsels auch
noch Fette und deren Derivate hervorbringen, so ist die
Drüsensecretion für die Anordnung des gesamten Fettpolsters
von Wichtigkeit. Wenn dasselbe bei Fettleibigkeit an
schwillt, so wird jedenfalls eine Massenzunahme an den
jenigen drüsenarmen Stellen am stärksten sein, wo weniger
Fett auf dem Wege der Secretion auf die Oberfläche der
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