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2) Hauptsächlich ist die Keimausschaltung durch un
regelmäßige Wachstumsvorgänge bedingt.
Wenn ein Gewebe lebhafter als ein anderes proliferiert,
, oder wenn zwei und mehrere ohne bestimmte Regel durch,
einander wachsen, so kann eine Abtrennung von Bezirken
des eiuen oder des anderen Teiles die Folge sein.
Fällt durch Verlagerung der Zellen die „Spannung“
weg, welche durch die gegenseitige Beeinflussung der Zellen
im gleichen Gewebe vorhanden ist, ist gleichzeitig die Mög
lichkeit einer ausreichenden Ernährung für die verlagerten
Zellen erhalten geblieben, so geraten die Zellen in Wucherung,
welches dann zur Geschwulstbildung führt. Für die Bedeutung
der Keimverlagerung bei der Genese der Lipome spricht
auch die Lipomentwickelung in dem nicht geschlossenen
Wirbelkanal bei spina bifida.
Es wird dann ferner auch durch äußere Momente bis
weilen Lipombildung angeregt. Gelegentlich entsteht durch
ein Trauma ein Lipom und bei Lastträgern, Müllern,
Fleischern, Zimmerleuten finden sich bisweilen an den dem
Druck ausgesetzten Körperteilen Lipome. Zur Erklärung
dieser sogenannten Berufslipome bemerkt Payr in seinem
„Beitrag zur Lehre von den multiplen und symmetrischen
Lipomen,“ (Wiener klinische Wochenschrift 1895), daß sie
wohl keine andere ist als die der praepatellaren Hygrome
der Hausmägde (the house-maids knee) oder der Schleim
beutel der Arbeiter in Kohlenbergwerken, (the miners elbow),
sowie der Exercier- und Reitknocheu der Soldaten u. A.
Er kommt zu dem Schluß, daß alle diese Erscheinungen ge
wiß als Resultat der schützenden Anpassung von Knochen
und Weichteileu an durch längere Zeit einwirkende Zug-
und Druckverhältnisse anzusehen sind. Payr bemerkt dann
weiter: „Keben solchen durch langandauernde Reiz Wirkungen
erzeugten Lipomen giebt es aber auch unzweifelhaft solche,
die durch ein trauma hervorgerufen werden, durch Stoß,
durch Schlag mit einem Stock oder Anfallen gegen harte
Gegenstände. Es sind solche Fälle von verschiedenen Autoren
beschrieben worden, wie von Lücke, Volckmann, S. Wolf,
K o 11 i k e r, Cruveilhier, Z e s a s und Madelun g.

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