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einer Autointoxication zu suchen. Häufig ist auch ein chronischer
Alkoholmissbrauch der diabetischen Erkrankung voraufgegangen,
so daß das Nervenleiden mit diesem in Beziehung gebracht
werden kann. Auch bei der Gicht beobachtet man, wenn auch
selten, das Ei’scheinen einer Polyneuritis.
Endlich sind Fälle zu nennen, die scheinbar idiopathisch
auftreten, wo eine Ursache nicht zu ermitteln ist. Auch hier
bei hat man wahrscheinlich an toxisch-infektiöse Prozesse zu
denken, besonders im Hinblick auf den meist akut-fieberhaften
Verlauf dieser Fälle. Manchmal werden voraufgegangene starke
Erkältungen und Durchnässungen erwähnt und diese Fälle
dann als „rheumatoide“ bezeichnet.
Von allen genannten Ursachen führt weitaus am häufigsten
der chronische Alkoholismus zur Polyneuritis.
Im Folgenden will ich nun versuchen, von der schon oft
ausführlich beschriebenen Neuritis multiplex alcoholica ein ganz
kurzes Krankheitsbild zu geben, um sodann etwas näher auf
die bei diesem Leiden häufig zu beobachtende sog. Korsakow’sche
Psychose einzugehen.
Der Beginn der Polyneuritis ist ein akuter oder, was das
Häufigere zu sein scheint, ein mehr allmählicher, schleichender.
Im ersteren Falle kann Fieber bestehen, verbunden mit heftigen
Schmerzen in Armen und Beinen, so daß eine Verwechselung
mit akutem Gelenkrheumatismus auf den ersten Blick durchaus
nahe liegt. Mitunter auch fallen die Patienten plötzlich, an
scheinend mitten in bestem Wohlbefinden, um und sind von
nun an nicht mehr imstande zu stehen und zu gehen. In
selteneren Fällen eröffnet ein plötzlich ausbrechendes Delirium
tremens oder ein anderes psychisches Krankheitsbild die Szene
und erst später zeigt sich die Polyneuritis. Davon weiter unten.
Ist die Entwickelung des Leidens nicht so stürmisch, so kann
es sein, daß lange Zeit hindurch ziehende oder bohrende
Schmerzen und Paraesthesieen in den Extremitäten, besonders
den Beinen, als einziges und nicht eindeutiges Sympton einer
nervösen Erkrankung bestehen. Erst, oft Jahre, später gesellen
sich deutliche Unsicherheit des Ganges und Paresen in be
stimmten Muskeln, mit Vorliebe in denen der Unterschenkel,
hinzu. In vielen Fällen bleibt die Erkrankung überhaupt auf

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