Full text: Ein Beitrag zur Casuistik der Neuritis multiplex alcoholica mit Korsakow'scher Psychose

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E p i k r i s e. 
Die Aetiologie des Leidens liegt klar zu Tage. Pat. war 
potator strenuus. Über die Diagnose „Polyneuritis“ konnte 
kein Zweifel auf kommen. Der Beginn und der weitere Verlauf 
sind durchaus charakteristisch. Auffallend ist die überaus 
starke Beteiligung der oberen Extremität. Die Atrophie der 
Interossei und der kleinen Daumen- und Kleinfingermuskulatur 
ist eine nahezu vollständige. Die Entartungsreaktion ist hier 
eine komplete und, wie es scheint, einer Besserung völlig un 
zugänglich. Hier haben wir wohl mit Recht eine (sekundäre?) 
Beteiligung der Vorderhornzellen anzunehmen. Die schwerste 
Erkrankung zeigt der N. medianus. Auch radialis und ulnaris 
sind schwer geschädigt. Die Oberarmmuskeln weisen ebenfalls 
eine, wenn auch geringe, Beteiligung an dem Prozeß auf. An 
den Beinen ist der N. peroneus mit seinem Versorgungsgebiet 
am schwersten erkrankt, weniger der N. tibialis. Auch der 
N. femoralis ist nicht ganz unbeteiligt. Doch macht sich hier 
eine erhebliche Besserung, die sich besonders in der Veränderung 
des Ganges bekundet, deutlich bemerkbar. Vielleicht können 
wir an den unteren Extremitäten eine völlige Wiederherstellung 
erhoffen. 
Das Bild der Korsakow’schen Geisteskrankheit ist unver 
kennbar. Auch hier haben wir den deliranten Beginn und 
nach Ablauf desselben das Hervortreten der typischen Ge 
dächtnis- und Merkfähigkeitsstörung. Confabulationen zeigen 
sich in sehr bescheidenen Grenzen. Die Stimmung ist eine 
überaus labile, doch herrscht im allgemeinen, wenigstens in 
der ersten Hälfte des Verlaufes, eine charakteristische Euphorie 
durchaus vor. Die Verwirrtheit und Desorientierung sind fast 
völlig wieder geschwunden. Die Merkfähigkeitsstörung ist da 
gegen in nur geringem Grade rückgängig geworden. Aufs 
Deutlichste zeigt sich eine beträchtliche Einengung des geistigen 
Gesichtskreises; ja, eine direkte Abnahme der Intelligenz ist 
kaum hinwegzuleugnen. 
Wie sich die weitere Prognose zu gestalten hat, ist 
schwer zu sagen. Ohne Zweifel wird eine Besserung der 
somatischen Erscheinungen noch zu erwarten sein, wenn auch
	        
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