15
Erzählungen ohne jeden Ausdruck des Affekts zu Tage. Nur
selten kann man aus ihrem affektiven Verhalten direkt entnehmen,
daß sie tatsächlich halluzinieren.
Korsakow gibt an, daß die Patienten auffallend häufig
von traurigen Erlebnissen berichten. Nach seinen Beobachtungen
sollen Begräbnisszenen in den Confabulationen eine Hauptrolle
spielen und sich nicht selten direkt zu Wahnideen festsetzen.
Spätere Autoren konnten diese Beobachtung indes nicht bestätigen.
Die übrigen psychischen Erscheinungen sind sämtlich als
Folgezustände der genannten Hauptsymptome aufzufassen.
Ist man auch meist leicht imstande, die Aufmerksamkeit
der Kranken momentan zu fixieren, so hält es doch in der
Regel schwer, dieselbe für längere Zeit zu fesseln, so daß
körperliche Untersuchungen, bei denen es darauf sehr an
kommt, wie z. B. Sensibilitätsprüfungen, oft ungenau ausfallen.
Werden die Patienten ohne äußere Anregung gelassen,
so verhalten sie sich zumeist durchaus ruhig und interesselos,
allerdings immer erst in späteren Stadien der Erkrankung.
Sie liegen apathisch, ohne sich um ihre Umgebung zu kümmern,
da. Dieser Mangel an Initiative erklärt sich ungezwungen aus
der Störung der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses. Die
Apathie stellt nicht, wie Korsakow meinte, eine besondere
Erscheinungsform der Krankheit dar. Wenn die Patienten alle
neuen Eindrücke sofort wieder vergessen, wenn neue Ideen nicht
mehr haften und ihr Gedächtnis für das Vergangene mehr oder
weniger große Lücken aufweist, so haben sie gar kein Interesse
daran, auf ihre Umgebung zu achten oder sich mit irgend
etwas zu beschäftigen. Freilich pflegt diese Stumpfheit nicht
dauernd zu bestehen, sie wird hin und wieder von Zeiten einer
gewissen Erregung und von Affektäußerungen unterbrochen.
Besonders des Abends werden die Kranken zeitweise unruhig,
fragen viel nach Ort und Zeit, wollen das Bett verlassen und
nach Hause. Doch lassen sie sich stets leicht beschwichtigen
und von ihrem Vorhaben abbringen.
Während der Unterhaltung erweist sich die Stimmung
in der Regel als zufrieden, euphorisch, ja oft sind die Kranken
geneigt, infolge einer gewissen Krankheitseinsicht über ihre

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.