«.)
war. Auch Verlangsamung der Schmerzleitung ist angegeben.
Anomalieen der Lage- and Muskelempfindung können im Verein
mit der Ataxie das Bild der sogenannten Pseudotabes ver
vollständigen.
Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktionen kommen
nur ganz ausnahmsweise vor. Und dann sind sie fast stets
auf eine psychische Alteration zurückzuführen.
Einer Beteiligung von Hirnnerven begegnen wir relativ
häufig. Hier sind es vor allem die äußeren Augenmuskeln,
die in ihrer Tätigkeit gestört sind. Am häufigsten sehen wir
eine Schädigung der Abducentes, nicht selten auch des
Oculomotorius. Auch komplete Ophthalmoplegia externa wird
beschrieben. Manchmal nimmt auch der Vagus Teil an der
Neuritis, was sich durch anhaltende Pulsbeschleunigung zu
erkennen zu geben pflegt. Ist der Phrenicus erkrankt, so droht
der Tod durch Atemlähmung. Auch Neuritis optica mit Ueber-
gang in Atrophie ist beobachtet worden.
Der Verlauf und die Dauer der Polyneuritis zeigt sein-
große Differenzen. Es kommen schwere Fälle vor, die in
wenigen Wochen, selbst Tagen letal wenden. Von diesen führen
alle Uebergänge zu den äußerst chronischen Erkrankungen hin,
die Jahre lang in ihrer Besserung nur ganz langsame Fort
schritte zeigen. Doch ist eine Restitutio ad integrum ein recht
häufiger Ausgang, seltener bleiben dauernde Schädigungen der
Motilität zurück. Rezidive sind, was bei der Aetiologie ja
nicht Wunder nehmen kann, recht häufig.
Die Therapie hat natürlich vor allem die Aufgabe, den
Urheber der Erkrankung, den Alkohol, völlig und, wenn irgend
möglich, dauernd fernzuhalten. Zur Schmerzlinderung muß
man oft zu Narcoticis greifen. Die Motilitätstörungen sucht
man durch Elektrisieren, Massage, aktive und passive Be
wegungen, Bäder, eventuell auch durch Strychnin nach Möglichkeit
zum Rückgang zu bringen.
Ich komme nun zu den psychischen Störungen, die bei
der alkoholischen Polyneuritis so häufig vorhanden sind. Ein
Delirium tremens setzt nicht selten, wie bereits erwähnt, gleich
zeitig mit dem Nervenleiden oder ihm vorausgehend ein. Doch

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.