In engerem Sinne dieser Arbeit soll über eine doppel
seitige Schleimbeutelentzündung an der Ferse berichtet
werden, die im März 1906 in der Königlichen Universitäts
klinik zu Kiel zur Behandlung kam und durch die operative
Entfernung dieser Schleimbeutel geheilt wurde.
Bevor ich mich dem Falle selbst zuwende, glaube ich
es nicht unterlassen zu dürfen, zunächst in kurzen Zügen
auf die Bedeutung der Schleimbeutel einzugehen.
Unter Schleimbeutel versteht man flache, durch etwas
Serum angefeuchtete und mit Endothel ausgekleidete Hohl
räume, die zwischen Muskel und Knochen gelegen sind, um
bei Bewegungen der Skelettteile die Reibung zu vermindern
und hierdurch die Muskelaktion zu unterstützen. Beim Neu
geborenen ist nur ein kleiner Bruchteil der im späteren
Leben vorhandenen bursae nachweisbar; zum größten Teil
bilden sie sich erst allmählich unter dem Einfluß der Be
wegungen durch Bindegewebsschwund aus. Darum sind
viele von ihnen inkonstante Organe und dadurch erklärt es
sich auch, daß die Gestalt der einzelnen entsprechend ihrer
jeweiligen Funktion variirt.
Von den konstant vorkommenden Schleimbeuteln ist
es namentlich durch die eingehenden Untersuchungen von
Heinecke erwiesen, daß sie schon im Foetalleben angelegt
sind und deshalb auch so regelmäßig Vorkommen. An
dererseits weiß man von den accessorischen Schleimbeuteln,
daß bestimmte Formen seltener sind, daß sie individuellen
Schwankungen unterliegen, daß sie, wie Virchow sagt,
je nach dem Bedürfnis des Individuums auftreten können.
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