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allem Virchow, der eine noch heute zutreffende Ansicht
über die Entstehung der Exostosen vertritt. Er sagt: Da die
meisten Knochen ursprünglich knorpelig angelegt werden, so
läßt sich denken, daß an jedem ihrer Teile ein gewisser Abschnitt
dieses Primordialknorpels eine selbständige Entwickelung
machen kann. Die Erfahrung ergiebt, daß solche Exostosen
besonders häufig an Punkten Vorkommen, wo noch längere
Zeit hindurch Knorpel besteht. So namentlich in der Gegend,
wo der Epiphysenknorpel der Röhrenknochen mit dem
Diaphysenknorpel zusammen stößt und wo bekanntlich an
den meisten Knochen bis gegen die Pubertät hin der Epi
physenknochen von den Diaphysenknochen durch eine inter
mediäre Knorpelschicht getrennt ist. Da liegt es sehr
nahe, zu vermuten, daß aus diesem Zwischenknorpel in einer
relativ frühen Zeit des Lebens durch eine Reizung, welche
die Oberfläche trifft, eine ungewöhnliche seitliche Wucherung
erzeugt wird. Volkmann stellte den Satz auf, daß die
cartilaginären Exostosen die häufigste derselben sei und gab
als Prädilektionsstelle die Epiphysenfuge der langen Röhren
knochen an. Auch der Co h n heim sehen Ansicht, der
die Entstehung der Exostosen aus stehen gebliebenen Knorpel
inseln herleitet, die erst später durch einen unbekannten
Reiz zu wuchern beginnt, stimmt Virchow bei mit den
Worten: „In vielen Fällen, wo der Sitz der Exostose der
Epiphysenfuge entspricht, mag es sich um einen Knochen
auswuchs handeln. In anderen Fällen mag die knorpelige,
später verknöchernde Wucherung von einer stehen gebliebenen
Knorpeiinsel kommen, die von der ersten Anlage des Skelettes
herrührt. Dieses ist manchmal bei exotosis cartilaginea der
Fall, da sie zuweilen congenital ist“.
Unser Fall beansprucht in sofern eine besondere Be
achtung, weil er in der Litteratur wohl einzig dasteht und
weil er ein neues ätiologisches Moment für die chronische
Entzündung des Schleimbeutels an der Ferse abgiebt.

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