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ich doch keinen Fall finden können, der so einzig in seiner
Art wäre, wie der in der Klinik zu Kiel beobachtete. Es
sei mir daher gestattet, denselben etwas eingehender zu
beschreiben.
Anamnese: Der 18jährige italienische Arbeiter D.
klagt seit 3 Wochen über Schmerzen beim Gehen in der
Gegend des Hackens beiderseits. Die Schmerzen nehmen
zu, wenn er lange geht. Vom Arzt hat er sich noch nicht
behandeln lassen. Patient will aus gesunder Familie stammen
und selbst stets gesund gewesen sein. Wenn er tags über
auf den Beinen war, könne er abends vor Schmerzen nicht
stehen;* auch sei dann die Fersengegend geschwollen.
Status: Bei dem sonst gesunden, gut entwickelten
und gut genährten jungen Menschen besteht eine auffällige,
beiderseits fast völlig gleiche Veränderung der Fersengegend.
Das Fersenbein selbst erscheint bei Betastung im hinteren
oberen Teil erheblich verdickt. Oberhalb desselben ist die
Gegend zu beiden Seiten der Achillessehne von zwei dicken
Wülsten eingenommen, die weich und etwas druckempfindlich
sind und das Gefühl des Knarrens eines entzündeten Schleim
beutels bieten. Die Haut gerade über der Achillessehne ist
etwas bläulich gefärbt. Die Beweglichkeit des Fußgelenks
ist nicht nennenswert beeinträchtigt. Das Röntgenbild er-
giebt bei seitlicher Aufnahme entsprechend der Gegend dicht
vor der Achillessehne eine kleine, spitze, nach oben gerichtete
Exostose, von der oberen Fläche des Calcaneus ausgehend.
An der Unterfläche des Calcaneus sieht man zarte, in die
Plantarfascie hineinziehende Knochenschatten. Das Bild
ist auf beiden Seiten gleich. Die Struktur des Knochens
scheint nicht verändert.
4 Tage später, am 26. März, Operation in Chloroform
narkose zunächst auf der rechten Seite. Bogiger nach hinten
konvexer Schnitt, entsprechend dem vorderen Rand der
Achillessehne unten nach vorn umbiegend. Beim Vordringen
in die Tiefe wird ein stark verdickter chronisch entzündeter
Schleimbeutel, freigelegt, der sich zwischen der Exostose
und der Achillessehne befindet. Abmeißelung der Exostose
und soviel von dem oberen Rande des Calcaneus, daß man

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