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daß es auch bei Lebzeiten leicht geschehen kann, lehrt
ein ktirzlicher Sektionsbefund*). Es war bei einem Falle
von Ileocoekal-lnvagination die Desinvagination gemacht,
dabei ein etwa Fünfmarkstückgroßer Defekt im untersten
Mesoileum entstanden, ohne Blutung zu veranlassen; ein
Gefäß zog unverletzt durch den Defekt.
Anschließen möchte ich hier noch einen Fall, bei
dem es sich zwar nicht um eine innere Einklemmung
handelt, der aber als Folgezustand eines Traumas von
besonderem Interesse ist und die leichte Möglichkeit der
Entstehung eines Mesenterialdefektes durch ein Trauma
beweist.
In der Berliner militärärztlichen Gesellschaft wurde
am 14. Dezember 1906 von Neuhaus bei einem Vortrag
über Verletzungen des Magen-Darinkanals ein von ihm
operierter und geheilter Patient vorgestellt, der durch einen
Stoß mit einer Wagendeichsel gegen den Bauch einen
etw r a 20 cm langen Abriß des Ileum von seinem Mesen
terium dicht vor der Flexura ileo-colica erlitten hatte.
Der Darm selbst zeigte im Bereich der abgerissenen Partie
eine bohnengroße Perforation.
Jetzt komme ich schließlich zur Besprechung des mit
der Inkarceration kombinierten Befundes, der diese drei
Fälle so besonders auffallend macht; nämlich bei den
ersten beiden die Achsen drehung, beim dritten die In-
vagination.
Zunächst wiederum der erste Fall mit der zweimaligen
Durchschiebung des ganzen Dünndarmpaketes durch den
Schlitz im Mesenterium und der Achsendrehung um das
seines Mesenteriums beraubte Dünndarmstück. Die Achsen
drehung war hier natürlich das sekundäre und erst durch
das Hindurchtreten des Dünndarmpaketes durch den
Mesenterialschlitz verursacht.
■) S.-iNr. 301. 1907.

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