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stärkere Auftreibung, der Puls wurde schlechter, die
Dämpfung blieb bestehen. Mit Rücksicht auf die Idiotie
des Kindes und den schlechten Puls wird trotz der
Wahrscheinlichkeitsdiagnose „Invagination“ nicht operiert.
15 Stunden nach dem ersten Erbrechen starb das Kind.
Die Sektion ’) ergab als wesentlichen Befund folgendes:
5 cm großer Defekt im unteren Mesoileum. — Achsen
drehung durch zweimalige Durchschiebung fast des ganzen
Dünndarmpaketes durch diesen Defekt. — Enorme Stauungs
hyperämie des durchgeschobenen Stückes. — Eiterige
Peritonitis. — Große Blässe der übrigen Darmabschnitte
und des Magens. — Residuen von Perihepatitis. —- Ver
wachsung der Milz mit dem Zwerchfell. — Geringes Lungen
ödem und Kompression der unteren Lungenabschnitte. —
Kleine rechte Nebencoronar-Arterie. — Accessorische Neben
niere an der rechten Niere.
Der Auszug aus dem Sektionsprotokolle lautete:
Bauch sehr stark aufgetrieben, enthält mäßige Mengen
etwas rötlichen Eiters. Der größte Teil des vorderen
Bauchraumes ist eingenommen von sehr stark aufgetriebenen
dunkelblauroten Dünndarmschlingen. Nur die obersten
Jejunumschlingen sind blaß und ganz nach links und
oben geschoben. Das Coecum wie der ganze Dickdarm
sind blaß und eng. Unmittelbar oberhalb des Coecums
folgt ein kurzes Stück blassen Ileums, darnach ein Ab
schnitt, dessen Mesenterium ein 5 cm im Durchmesser
haltendes Loch zeigt. Die Ränder dieser Öffnung sind
vollkommen abgerundet und die Serosa geht glatt von <
einen Mesenterialseite zur andern über. Durch diese Öffnung
ist das ganze oberhalb liegende Dünndarmpaket zweimal
hindurchgeschoben, und zwar von unten nach oben; da
durch erscheint das Mesenterium desselben schraubenzieher
artig gedreht. Das ganze Paket ist dunkelblaurot; es läßt
ß S.-Nr. 973, 1906 des kgl. patholog. Institutes zu Kiel.

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