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mögen die Erscheinungen liier von dem Inhalt des Bruch
sackes ausgehen oder von den erkrankten Brucksackwänden,
in welchem Falle wir von einer Bruchentzündung, inflammatio
herniae, sprechen. Da Bruchsack und Brucheingeweide vom
Bauchfell überzogen werden, so werden diese Bruchentzün
dungen auch alle Charaktere einer meist umschriebenen
Bauchfellentzündung an sich tragen mit all ihren Eigen
heiten. Wir unterscheiden hier seröse, serofibrinöse und
eitrige Bruchsackentzündungen. Die Ursachen dieser Er
krankungen können in mechanischen Läsionen, in lange
dauernden Insulten des Bruches durch unzweckmäßiges Bruch
band, in gewaltsamen Repositionen bei nicht völlig einge
klemmten aber schwer reponiblen Brüchen bestehen. Von
andern entzündlichen Erkrankungen des Bruchsackes sei
noch die Tuberkulose erwähnt, die erst in neuerer Zeit
eingehender Beachtung erfahren hat. So hat H el f e r i c h
aus seiner Klinik Fälle mitgeteilt, bei denen die Innenfläche
des Bruchsackes mit zahlreichen kleinen Tuberkelknötchen
besetzt war. Daneben bestand Ansammlung einer meist
getrübten Flüssigkeit. Meist war die Tuberkulose nur Teil
erscheinung einer allgemeinen Bauchfelltuberkulose, die sich
auch auf die im Bruchsack enthaltenen Eingeweide, Netz
und Darm, erstreckte.
Außer diesen primären Bruchsackentzündungen können
auch die erkrankten Brucheingeweide zur Bruchentzündung
führen und dann dieselben Symptome liefern. Von beson
derer Bedeutung in dieser Beziehung sind diejenigen Ent
zündungen, die sich an die im Bruchsack erkrankte Appendix
anschließen. Die große Gefahr dieser Appendicitis im Bruch
sack besteht darin, daß gelegentlich Perforation der Appendix
mit nachfolgender Peritonitis eintreten kann. Die Folge
davon dürfte gewöhnlich eine eitrig-jauchige Entzündung
sein, die sieb- entweder durch Adhäsionen gegen die Bauch
höhle abschließt, so daß eine umschriebene Eiterung im
Bruchsack entsteht,, die sich aber andrerseits auch auf die
freie Bauchhöhle fortsetzen kann, ganz wie bei der Appen
dicitis an der gewöhnlichen Stelle.
Wir wissen, daß der Wurmfortsatzbruch namentlich

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