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Nach diesen Bemerkungen über die Wurmfortsatzbrüche
will ich einen Fall aus der chirurgischen Klinik zu Kiel
folgen lassen, dessen Krankengeschichte mir durch die Güte
des Herrn Geheimrat Helfer ich überlassen wurde. Es
handelt sich um einen Wurmfortsatzbruch bei einem neun
wöchigen Kinde. In diesem jugendlichen Alter dürfte diese
Erkrankung bisher kaum beobachtet und, wie die nach
folgende Krankengeschichte zeigen wird, mit Erfolg operativ
behandelt worden sein.
Anamnese: Der neun Wochen alte J. S. aus Eckern
förde hatte von Geburt an einen Nabelbruch. Am 1. IX.
05 bemerkten die Eltern bei ihm einen rechtsseitigen Leisten
bruch, der anfänglich zurückging, später sich jedoch nicht
mehr zurückbringen ließ. In der Nacht vom 4. IX. zum
5. IX. stellte sich Erbrechen ein, die Berührung der Bruch
gegend verursachte große Schmerzen. Der letzte Stuhlgang
war am 5. IX. morgens. Auf Anraten des behandelnden
Arztes suchen die Eltern mit dem Kinde am 5. IX. die
chirurgische Universitätsklinik zu Kiel auf.
Status: Pat.-ist ein mittelkräftiger Junge.
Herz und Lungen ohne pathologischen Befund.
Das Abdomen ist stark aufgetrieben.
In der rechten Skrotalhälfte fühlt man eine längliche
zapfenartige Bruchgeschwulst, die vom Hoden noch durch
einen kleinen Zwischenraum getrennt ist. Der Bruch läßt
sich bis in den Leistenkanal verfolgen. Er ist irreponibel,
bretthart und sehr empfindlich.
Die Diagnose, die auf diesen Befund hin gestellt wurde,
lautete:
Hernia inquinalis obliqua congenita incarcerata.
Am selben Tage wurde die Operation ausgeführt.
Schnitt über die rechtsseitige Geschwulst.
Der Bruchsack ist stark entzündlich verdickt.
In demselben befindet sich ein stark gelatinöses Ex
sudat, sowie das entzündete Coecum und die Appendix.
Nach Spaltung des einklemmenden äußeren Leisten
ringes wird der Wurmfortsatz abgetragen. Verschluß des
Lumen, des Proz. vermiformis oberhalb der gangränösen

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