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und daraus nach vorstehender Formel die Strömungen berechnen; auf jeden
Fall erhält man, indem man das tut, eine Strömungskomponente, die nach
Größe und Richtung dem Einfluß der Dichteverteilung entspricht. Zum Zweck
der Ausführung wurden auf Karte IV (Tafel 1) zwischen den 10 mm-Isohypsen die
Linien gleichen Abstands gezogen (auf der Karte die punktierten Linien),
die hier keineswegs immer mit den 5 mm-Isohypsen identisch sind. Man be
trachte z. B. die Mittellinie zwischen der -f 30 und + 20 mm-Linie im Nord
westen! Die 25 mm-Isohypse würde um vieles westlicher verlaufen. Man
wählt nun zur Berechnung der Stromgeschwindigkeit solche Punkte auf den
Kurven aus, wo die Höhendifferenz der beiderseits benachbarten 10 mm beträgt,
wo also diese letzteren Isohypsen sind. In diesen Punkten zieht man zur An
deutung der Stromrichtung die Tangenten an die Kurven, ferner die Normalen,
mißt deren Längen zwischen den Nachbarkurven und berechnet dann die
Stromgeschwindigkeit nach der genannten Formel, die für diesen Fall die
Gestalt annimmt:
u = [1,49649] ■ 1 ^ C0S . ^ ^ Seemeilen pro Tag;.
J A ak“ . sin

Bezüglich der Vereinfachung vergleiche man das auf S. 18 Gesagte.
Die Berechnung wurde für 37 Punkte ausgeführt und die gefundenen
Größen nebst den die Stromrichtung andeutenden, zu den Kurven tangential
gerichteten Pfeilen in die Karte eingetragen. An zwei Stellen ist die Strom
geschwindigkeit Null, das ist im Innern des Stromringes, der das östliche
Becken ausfüllt, und auf der stromlosen Achse, die von der -f 0.5 mm-Isohypse
umschlossen wird. Auf letzterer wurde der bezeichnete Punkt festgelegt und für
ihn die Geschwindigkeit Null gerechnet. Es sind drei Geschwindigkeitsmaxima
vorhanden: In der Mitte des westlichen und am Nord- und Südrand des öst
lichen Beckens. Nur an letztgenannter Stelle wird die Geschwindigkeit von
1 Seemeile pro Tag erreicht.
Wäre dagegen der Wind die einzige Ursache der Oberflächen
strömungen, so könnte man zur Berechnung derselben auf die Konstruktion
der Windfläche verzichten; denn man wird selbstverständlich finden, daß die
aus der Gestalt der Windfläche gefolgerten Strömungen alsdann mit den vom
Wind erzeugten identisch sind, die ihrerseits die Grundlage für die Konstruktion
der Windfläche bilden. Die Herstellung der letzteren hat also für unseren
Zweck nur die Bedeutung einer Hilfskonstruktion, die wir, wie oben gesagt
wurde, durch eine andere ersetzen wollen.
Greifen zwei nach Richtung und Größe gegebene Kräfte an einem und
demselben Punkt an, so gelangt er an den vierten Eckpunkt des aus den
Kraftkomponenten gebildeten Parallelogramms, und sein Weg ist die Diagonale.
Mit Hilfe dieses Satzes vom Parallelogramm der Kräfte wurden Wind- und Dichte
strömungen kombiniert. Zunächst wurde auf der Windströmungskarte (Karte VI,
Taf. 2) für dieselben Punkte wie in der Dichtigkeitsfläche Richtung und Geschwin
digkeit der Strömung aus den Angaben benachbarter Punkte nach Schätzung
bestimmt. Alsdann wurden in einer Hilfskonstruktion aus beiden Komponenten,
nämlich der Dichte- und Windströmung, die Resultierende nach Größe und
Richtung gefunden, wobei für die Zeichnung 1 Seemeile gleich 5 cm genommen
wurde. Die Resultierende läßt sich auch mit Hilfe des Kosinussatzes berechnen.
Da dieser Weg jedoch langwieriger ist, und bei der Konstruktion in obigem
Maßstab der erforderliche Grad von Genauigkeit vollkommen erreicht wird,
so wurde der erstgenannte Weg eingeschlagen. Die beiden stromlosen Punkte
im Innern der Stromringe auf der Wind- und der Dichteströmungskarte fallen
so nahe zusammen, daß man zwischen beiden, etwas näher dem ersteren, auch
für die Resultierende Null setzen kann.
Die gewonnenen Resultate wurden in Karte VIII (Tafel 2) eingetragen.
Die Bewegungsrichtung ist durch die Pfeile angedeutet; die Geschwindigkeit in
Seemeilen pro Tag ist hinzugeschrieben. Auf den Pfeilen sind die Punkte, für
die die Zahlen gelten, kenntlich gemacht.
Mit Hilfe der beschriebenen Kombinationsmethode lassen sich die
Strömungen bis zum 44 x / 2 Grad konstruieren. Nördlich davon versagt die
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